Wenn man einen winzigen Babyfuß vor Augen hat, versteht man dessen Schutzbedürftigkeit. Doch in den ersten Monaten ist es ein falsch verstandener Schutz, ihn mit Schuhen bekleiden zu wollen. Kälte oder Nässe, hartes Pflaster oder rutschige Böden gelangen vorerst nicht an die Babyfüße. Das Kind liegt in der Wiege oder dem Kinderwagen, die winzigen Füße bleiben im Strampelanzug warm und trocken.


Ein kleiner Kinderfuß braucht weder Stütze noch Sohlen. Krabbelschuhe passen sich weich an die winzigen Füße an. Ab wann man die ersten weichen Schühchen anziehen sollte, wird nicht genau gesagt. Die Schuhindustrie suggeriert durch niedliche Babyschühchen, dass der Zeitpunkt möglichst früh sein sollte. Das ist falsch. Weiche Babysöckchen mit Anti-Rutsch-Noppen tun denselben Dienst, wenn das kleine Wesen die ersten Schritte versucht. Solange diese im eigenen Wohnzimmer erfolgen, besteht keine Notwendigkeit für Schuhe. Andererseits spricht aber bei kalten Böden nichts gegen weiche lederne Füßlinge. Solange wie möglich soll der Kinderfuß sich frei bewegen können und durch nichts eingeengt werden. Beim barfuss laufen können sich Kinderfüße optimal trainieren.

Lauflernschuhe mit fester Sohle sind erst dann sinnvoll, wenn die kleinen Kinderfüße die Außenwelt erkunden möchten. Mehr als zwei Paar gut sitzender Kinderschuhe benötigt ein Kleinkind zum Laufen lernen nicht. Sie dürfen weder auf Zuwachs gekauft werden noch zu eng sitzen, da sich der zarte Kinderfuß sonst verformt. Der berühmte Daumenbreit Platz an den Zehen ist auch heute die goldene Regel. Da Ihr Kind pro Jahr bis zu drei Schuhgrößen wächst, sollte die Schuhgröße bei Kleinstkindern alle sechs oder acht Wochen, bei größeren Kindern zwischen dem dritten bis sechsten Lebensjahr spätestens alle sechs Monate überprüft werden. Auch die Schuhe unserer Kleinsten sollten nach der Benutzung auslüften können. Gesundes Fußklima ist von Anfang an wichtig.

Für draußen müssen die ersten Kinderschuhe einen biegsamen Korpus haben. Um das Abrollen zu lernen, sind flexible und weiche Sohlen hilfreich. Beim Abrollen braucht der Kinderfuß nach vorne hin ausreichend Platz. Ist dieser zu klein bemessen, kommt es schon im Kindesalter zu Fehlstellungen der Zehen. Aus diesen können später Hüftschäden oder Knieprobleme resultieren. Zu enge Schuhe im Kindesalter macht man heute auch für Rückenprobleme und Krampfadern verantwortlich. Kleine Mädchenfüße in spitz zulaufende Kinderschuhe zu pressen, ist ein Verbrechen. Auch die bereits getragenen Schuhe der älteren Geschwister sollte man nur weiter benutzen, wenn sie in Breite und Länge genau passen. Abgetragene Schuhe, deren Fußbett sich dem Fuß des Vorbesitzers angepasst hat und deren Korpus durch tiefe Abrollfalten am Vorfuß auffällt, sind auszusortieren. Das Gleiche gilt für Kinderschuhe mit abgelaufenen Sohlen.

Als drittes Paar Kinderschuhe könnte ein Paar rutschfeste Hausschuhe nötig sein. Auf Teppichböden laufen Kleinkinder am besten barfuss bzw. mit Strumpfsocken. Auf gekachelten Böden machen weiche Filzschuhe oder Hüttenschuhe mit weicher Ledersohle Sinn. Statt Synthetiksocken sind baumwollene Anti-Rutsch-Socken vorzuziehen.