Es ist kurz vor zehn, dein Baby schläft nicht ein, und sobald du stehen bleibst, geht das Quengeln von vorne los. Fast alle Eltern kennen diese Schleife aus dem ersten Lebensjahr. Ein übermüdetes Baby tut sich noch schwerer, deshalb lohnt nebenbei ein Blick auf die altersgerechten Wachzeiten. Vor allem aber braucht dein Kind eines, um zur Ruhe zu kommen: Bewegung.
Was Eltern probieren, wenn das Baby nicht einschläft
| Methode | Stärke | Haken |
|---|---|---|
| Tragetuch oder Tragehilfe | Nähe und Bewegung gleichzeitig, und du hast die Hände frei | Nach ein paar Wochen melden sich Rücken und Schultern. Beim Ablegen wachen viele Babys trotzdem wieder auf |
| Wiegen auf dem Arm | Funktioniert sofort und überall | Geht auf die Kraft, vor allem nachts. Und sobald du dich hinsetzt, ist dein Baby oft wieder wach |
| Autofahrt | Wirkt bei vielen Babys selbst dann noch, wenn sonst nichts mehr klappt | Der Autositz ist kein Schlafplatz. Und irgendwann fährst du um Mitternacht zum dritten Mal die Umgehungsstraße ab |
| Pucken | Bremst den Moro-Reflex | Nur bis zum ersten Drehen. Die Technik muss stimmen, sonst leiden die Hüften |
| Wiege oder Stubenwagen | Feste, ebene Liegefläche | Nach wenigen Monaten zu klein, und schaukeln musst du von Hand |
| Federwiege oder Babyhängematte | Federt bei jeder kleinen Bewegung nach. Mit Motor schwingt sie weiter, ohne dass jemand daneben stehen muss | Bis etwa zwölf Kilo, danach wird sie zu klein |
Die meisten Familien kombinieren am Ende ohnehin mehrere Sachen.
Warum Bewegung beim Einschlafen so gut wirkt
Neun Monate lang war Bewegung für dein Baby der Normalzustand. Jeder Schritt, jedes Umdrehen im Schlaf kam bei ihm als sanftes Schaukeln an. Nach der Geburt ist damit von einem Tag auf den anderen Schluss, und Stillliegen fühlt sich für viele Neugeborene komisch an. Schaukeln beruhigt den Gleichgewichtssinn, und weil die Bewegung immer gleich bleibt, fährt der Körper langsam herunter. Das wussten schon unsere Großmütter, die ihre Kinder in die Wiege gelegt haben. Auch die BZgA schreibt, dass sanftes rhythmisches Bewegen der Entwicklung von Kindern guttut.
Dazu kommt der Moro-Reflex. Fällt der Körper im Halbschlaf nach hinten, reißt dein Baby Arme und Beine auseinander und wacht auf. Genau daran scheitert das Ablegen so oft in dem Moment, in dem du denkst, es sei endlich geschafft.
Wenn dein Baby gerade einen Entwicklungssprung hat, wird es noch schwieriger.
Die Federwiege im Alltag
Eine Federwiege sieht aus wie eine Hängematte, die an einer kräftigen Stahlfeder hängt, entweder an einem Gestell oder an einem Haken in der Decke. Dein Baby liegt darin leicht eingekuschelt, und schon eine kleine eigene Bewegung bringt das weiche Auf und Ab in Gang. Viele Modelle gibt es mit Motor, der weiterschwingt, auch wenn dein Baby still liegt. Wie das Beruhigen durch Wippen auf das Nervensystem wirkt, haben wir ausführlich beschrieben.
Am meisten bringt sie dir selbst. Statt vierzig Minuten durch den Flur zu laufen, kannst du dich danebensetzen, während dein Baby zur Ruhe kommt. Wenn du dir eine Federwiege für dein Baby anschaust, achte auf die Feder. Bei manchen Modellen passt eine einzige für drei bis zwölf Kilo, du musst sie im ersten Jahr also nicht wechseln. Und schau, ob sich das Gestell ohne Werkzeug auf- und abbauen lässt.
So nutzt du eine Federwiege richtig
Eine Federwiege hilft beim Einschlafen, sie ersetzt aber das Kinderbett nicht. Gute Hersteller schreiben das selbst dazu und raten, dein Baby nicht länger als etwa vier Stunden am Stück darin liegen zu lassen. Nachts gehört es weiter auf eine feste, ebene Matratze in sein eigenes Bettchen, das im Elternschlafzimmer steht.
- Lass dein Baby nicht allein in der Wiege liegen.
- Sobald es sich von selbst dreht oder hochzieht, ist die Zeit in der Federwiege vorbei.
- Halte dich an die Angaben des Herstellers zu Gewicht und Feder, auch wenn es nur um ein paar hundert Gramm geht.
- Dein Baby liegt auf dem Rücken. Kopf und Kinn dürfen nicht auf die Brust sinken, sonst bekommt es schlechter Luft.
- Das Gestell sollte geprüft sein. Hängst du die Wiege an die Decke, muss der Haken in tragfähigem Material sitzen. Im Zweifel lass jemanden draufschauen, der sich damit auskennt.
- Die Schwingung soll beim Einschlafen helfen und nicht die ganze Nacht weiterlaufen.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Schau zuerst, wie lange du eine Einschlafhilfe nutzen kannst. Manche Modelle sind nach ein paar Monaten zu klein, andere reichen durch das ganze erste Lebensjahr. Dann kommt die unromantische Frage, wo das Ganze überhaupt stehen oder hängen soll. Manche Holzgestelle wiegen nur vier Kilo und brauchen ungefähr einen Quadratmeter, die kannst du mitnehmen und abends wieder wegräumen.
Achte auf Prüfzeichen und klare Angaben zum Gewicht. Die Anleitung sollte auch um vier Uhr morgens noch verständlich sein. Waschbar sollte alles sein, denn Spucken und der eine oder andere Windelunfall lassen sich nicht verhindern. Und was immer du kaufst: Auf dem Rücken und auf einer festen Unterlage schläft dein Baby laut BZgA überall am sichersten. Warum das so wichtig ist, erklären wir in unserem Ratgeber zum plötzlichen Kindstod.
Was am Ende zählt
Dass dein Baby nicht einschläft, ist in den ersten Monaten kein Grund zur Sorge. Meistens steckt einfach ein Entwicklungsschritt dahinter. Eine gute Einschlafhilfe nimmt euch die Anstrengung aus dem Abend und schenkt dir ein paar Minuten, in denen du selbst durchatmen kannst. Wichtig ist nur, dass du dabei nicht selbst auf der Strecke bleibst. Wenn dein Baby über Wochen kaum zur Ruhe kommt oder schlecht zunimmt, sprich mit deiner Kinderärztin oder deiner Hebamme.