Flaschennahrung

Die Trinkmenge kann bei Babys sehr variieren. Je nach Alter sind die Mengen auf etwa 4-6 Mahlzeiten verteilt. Wenn das Baby gedeiht und zufrieden ist, sollte es nicht dazu gedrängt werden, mehr zu trinken. Sonst droht schnell eine Überfütterung.

Im ersten Halbjahr ist eine Gewichtszunahme von etwa 150-200 Gramm pro Woche normal, im zweiten Halbjahr sind es etwa 100 Gramm in der Woche. Nach ca. 4-5 Monaten hat ein gesundes Baby sein Geburtsgewicht ungefähr verdoppelt, nach Beendigung des ersten Lebensjahres sogar verdreifacht. Solltet Ihr Bedenken haben, ob Euer Kind genügend oder zuviel trinkt, wendet Euch an Euren Kinderarzt.

Zu Bedenken gilt in diesem Zusammenhang, dass Babys nicht nur quengeln oder weinen, wenn sie hungrig sind. Oft haben die Kleinen ein Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Aufmerksamkeit.
 

Nicht jede Mutter stillt ihr Baby - dies kann medizinisch oder persönlich begründet sein. Die Notwendigkeit der Flaschennahrung ist auch bei einer Zufütterung oder dem Abstillen in der Zeit, in der das Baby noch Milchnahrung braucht, gegeben. Dann ist Fertigmilch für die Fläschchenfütterung eine gute Alternative, denn mittlerweile ist diese der Muttermilch so weit wie möglich angeglichen. Damit kann sich das Baby gesund und mit allen Nährstoffen versorgt entwickeln.

In diesem Punkt erfahrt Ihr, welche Babynahrung für Euer Baby geeignet ist, wie Ihr sie hygienisch und richtig zubereitet sowie Tipps und Tricks für das Füttern mit der Flasche.

Auch das Flaschegeben muss gelernt werden, denn nicht nur das Satt werden des Babys ist dabei wichtig. Viel mehr bedeutet dem Baby die Nähe, Wärme und Geborgenheit, die es während des Fütterns erhält. Deshalb sollte das Kind - wie beim Stillen auch – nah am Körper gehalten werden und auf eine angenehme Atmosphäre geachtet werden. Damit Ihr Euch wirklich Eurem Kind widmen könnt, solltet Ihr Radio, Fernseher und Co ausschalten.

Am besten setzt Ihr Euch in einen bequemen Stuhl mit Armlehnen oder Ihr nehmt ein Stillkissen als Armstütze und haltet das Baby mit leicht angehobenem Oberkörper im Arm, damit das Schlucken leichter fällt.

Wenn Ihr mit dem Sauger über die zu Euch zugewandte Wange streichelt, wird insbesondere in den ersten 10 Lebenstagen des Kindes der Suchreflex beim Baby ausgelöst. Dann könnt Ihr den Sauger in den Mund schieben. Damit das Kind keine Luft schluckt, die zu Blähungen führen kann, sollte darauf geachtet werden, dass der Sauger stets mit Milch gefüllt ist.

Das Trinken aus der Flasche ist für die Babys weniger anstrengend, als bei der mütterlichen Brust. Aus diesem Grund sollte das Saugerloch nur so groß sein, dass aus der Flasche 1 Tropfen pro Sekunde heraustropft. Bei einem zu großen Saugerloch trinken Babys meist zu hastig und schlucken zu viel Luft. Saugt das Kind so stark, dass sich der Sauger zusammenzieht, müsst Ihr die Flasche kurz aus dem Babymund ziehen. 
 

Eltern sollten Ihren Babys in Sachen Trinktempo bzw. Trinkmenge Vertrauen schenken!!!


Zumeist trinken die Babys Ihre Flasche in etwa 15 Minuten. Ungeduldige trinken etwas schneller, während gemütliche Babys sich mehr Zeit lassen.

Wenn die Flasche geleert ist, bzw. das Baby signalisiert, dass es satt ist, solltet Ihr Euren Spatz hochnehmen und leicht auf den Rücken klopfen, damit es Aufstoßen kann. Bei manchen Babys braucht dies etwas Geduld. Manchmal kommt beim Bäuerchen auch ein kleiner Schwaps Milch mit, deshalb ist ein Spucktuch über der Schulter zu empfehlen.

Sollte das Kind nach der Flaschenmahlzeit weitersaugen wollen, bietet Ihm einen sauberen Finger oder einen Schnuller an. Nach dem Essen wollen die Kleinen in den ersten Lebenswochen häufig Ruhen.
 

Der Kannentrick!
Wenn das Baby nachts Hunger bekommt oder man unterwegs ist, muss bzw. soll es manchmal schnell gehen. Eine Thermoskanne mit abgekochtem Wasser, welches täglich frisch zubereitet wird, und Milchpulver im Portionierer können das Fläschchenmachen beschleunigen.
Eine weitere Möglichkeit ist eine kleine Thermoskanne mit heißem Wasser zu füllen und eine weitere Kanne mit lauwarmem Wasser vorrätig zu haben. Mit dem heißen Wasser (ca. die Hälfte der Trinkmenge) kann das Milchpulver verrührt werden, mit lauwarmem Wasser die Flasche bis zur gewünschten Trinkmenge aufgefüllt werden.

Praktische Milchpulver-Dosierspender
Auch zuhause ist es von großem Vorteil, Portionierer für das Milchpulver zu verwenden. So kann in ruhiger Zeit das Pulver wie auf der Verpackung beschrieben eingefüllt werden. Wenn es schnell gehen soll, wird aus einem gestrichenen Löffel zu schnell ein gehäufter oder es wird sich auch mal verzählt… Um dies zu vermeiden eignen sich die Milchpulverdosierspender, die über jeden Babykatalog oder Babygeschäft zu beziehen sind.

Ausreichend Milchflaschen!
Beim Kauf von Flaschen sollte man nicht unbedingt sparen. Wenn man ein paar Flaschen mehr hat, spart man sich eine Menge Streß. Das Auswaschen nach dem Flasche füttern muss zwar trotzdem geschehen, jedoch kann sich mit dem Auskochen Zeit gelassen werden, bis mehrere Flaschen zusammen gekommen sind. Auch können Ersatzflaschen im Wickelrucksack & Co deponiert werden.
 

Solange ein Baby gestillt oder mit Säuglingsanfangsnahrung aus der Flasche gefüttert wird, bekommt es genügend Flüssigkeit. Falls Euer Baby unruhig wird bzw. schreit, obwohl es gerade seine Mahlzeit bekommen hat, könnte auch Durst der Grund sein. An heißen Tagen im Sommer, bei Fieber oder Durchfallerkrankungen kann eine weitere Flüssigkeitszufuhr neben der Milch für das Baby notwendig sein. Geeignete Durstlöscher sind abgekochtes Wasser sowie dünner, ungesüßter Tee.

Grundsätzlich brauchen Flaschen- und Stillkinder keine zusätzlichen Getränke. Erst wenn die Breizeit beginnt, sollten die Kinder Flüssigkeit ergänzend zur Breinahrung aufnehmen. 
 

Da die Verdauung der Babys in den ersten Monaten noch sehr empfindlich ist, sollte Hygiene das oberste Gebot sein. Das gilt zum einen für die Zubereitung der Milch, als auch für das Reinigen. Keime haben in der Milch einen besonderen Nährboden, die durch Hitze abgetötet werden.

Die Flasche sollte gleich nach dem Füttern mit warmem Wasser, etwas Spülmittel und einer Flaschenbürste (die ausschließlich für Babyflaschen verwendet wird) gründlich ausgewaschen werden, damit kein Milchbelag anhaftet, der später schwer entfernbar ist. Den Sauger mit Salz ausreiben und ausspülen. Anschließend müssen Flaschen, Sauger, Deckel und Schraubring sowie Messlöffel und Trichter ausgekocht werden.

Das Sterilisieren kann im Vaporisator oder auch im Kochtopf stattfinden. Im Kochtopf ist darauf zu achten, dass die Flaschen ganz mit Wasser bedeckt sind und das Wasser mindestens 3 Minuten sprudelnd kocht. Nach dem Sterilisieren sollten die Flaschen auf ein sauberes Tuch mit der Öffnung nach unten zum trocknen gestellt werden und mit einem weiteren sauberen Tuch abgedeckt werden. Wenn das Baby sieben Monate alt ist, dürfen Fläschchen in die Spülmaschine – Sauger werden besser noch weiterhin ausgekocht.

Auch Schnuller sollten in den ersten 8 Monaten regelmäßig gereinigt und sterilisiert werden. Danach genügt das Reinigen mit Spülmittel und anschließendem Abwaschen.
 

Es ist sinnvoll, sich noch vor der Geburt des Babys mit den verschiedenen Flaschen- und Saugersystemen zu beschäftigen. Denn es gibt eine breite Palette an Zubehör.

Im Allgemeinen ist das Leitungswasser in Deutschland für Säuglingsnahrung gut geeignet. Nur wenn der Nitratgehalt über 50 mg pro Liter liegt, oder veraltete Bleirohre im Haus sind, sollte das Wasser nicht für Euer Baby verwendet werden und auf Mineralwasser zurückgegriffen werden, welches zur Zubereitung für Babynahrung geeignet ist. Bei Zweifel kann das Gesundheitsamt, Wasserwerk bzw. der Vermieter Auskunft geben. Auch mit Nitrat-Teststreifen aus der Apotheke könnt Ihr den Nitratgehalt überprüfen.

 

Auch einwandfreies Leitungswasser sollte abgekocht werden, dabei reichen zwei bis drei Minuten. Sollte das Wasser sehr kalkhaltig sein, sind 5 Minuten Kochzeit zu empfehlen, da sich der Kalk nach dieser Zeit am Boden des Topfes bzw. Wasserkochers absetzt.  Spezielles Wasser von Säuglingsnahrungsherstellern darf direkt ohne Abkochen verwendet werden.

Falls das Baby ergänzend zur Flaschennahrung etwas zu trinken braucht, könnt Ihr ihm Babytee oder abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser anbieten.
 

Bei der Zubereitung des Milchfläschchens solltet Ihr Euch genau an die Anweisungen auf der Packung halten. Benutzt zum Abmessen der Pulvermenge nur den von der Herstellungsfirma mitgelieferten Messlöffel und haltet Euch genau an die Packungsangaben. Zuviel Pulver kann durch den konzentrierten Nährstoffgehalt den Wasserhaushalt der Nieren des Babys belasten oder zu Überernährung führen. Bei zu wenig Pulver bzw. zuviel Wasser kann hingegen eine Unterernährung des Kindes entstehen. Jedes Fläschchen sollte frisch zubereitet werden, da sich in der angerührten Milch nach längerem Stehen Bakterien rasant vermehren und damit die Gefahr einer Infektion gegeben ist.

 

Schritte der Flaschenzubereitung:

  • Wasser abkochen, auf ca. 50 Grad abkühlen lassen und in die sterile Flasche füllen
  • Milchpulver nach Packungsanleitung in das Fläschchen einrühren (mit einem langen Joghurtlöffel) – nicht schütteln, da sich hierbei zu viele Luftbläschen bilden, die zu Blähungen beim Baby führen können.
  • Temperaturcheck – Etwas Milch auf die Innenseite des Handgelenks träufeln, bei angenehmer Temperatur kann das Baby die Flasche trinken. Die ideale Trinktemperatur liegt bei ca. 37 Grad.

Wenn das Milchpulver in zu heißes oder kochendes Wasser eingerührt wird, werden Vitamine und Eiweiße zerstört, die dem Baby in der Ernährung fehlen. Zusätzlich können Klümpchen entstehen, die das Saugerloch und damit den Trinkfluß des Kindes stören.

Da die Verdauung der Babys in den ersten Monaten noch sehr empfindlich ist, ist Sauberkeit das oberste Prinzip. Milchreste müssen unbedingt weggeschüttet werden und Fläschchen stets frisch zubereitet werden.
 

Kuhmilch ist für Babys im ersten Lebensjahr noch nicht geeignet, da sie zuviel Eiweiß und Mineralstoffe sowie zu wenig ungesättigte Fettsäuren enthält. Deshalb gibt es eine Vielzahl an Säuglingsnahrungen auf dem Markt, die seit 1992 EG-weit wie folgt eingeteilt werden: