Verlassen Sie mit Ihrem Baby das Haus, gehen Sie besser nie mehr ohne Wickeltasche. Das nächste Malheur kann schließlich schon beim Einkaufen passieren. Wer in dieser Situation eine Ersatzwindel dabei hat, spart sich unnötigen Stress und muss nicht gleich wieder umkehren. Wir haben für Sie zusammengestellt, was eine Wickeltasche im Idealfall alles beinhalten sollte, wobei die Meinungen hier auseinandergehen können. Manche Eltern freuen sich, alle Eventualitäten bedacht zu haben. Mancher übt aber auch bewusst Verzicht, um das Gefühl zu vermeiden, dass mit dem Baby jeder Ausflug zum Umzug wird. 

Wenn es passiert ist
Ist das Malheur unterwegs passiert, stellt sich zunächst die Frage, wo man das Baby am besten wickeln kann. Manche Kaufhäuser, Babygeschäfte, Restaurants und einige Drogeriemärkte verfügen über entsprechende Wickeltische. Bei gutem Wetter tut es auch die nächste Parkbank. Eltern können all diese Orte nutzen, auch wenn sie nicht gerade im entsprechenden Haus speisen oder einkaufen. Falsche Bescheidenheit wäre hier fehl am Platz – immerhin handelt es sich für jeden sichtbar um einen Notfall.

Wer sich über die Hygiene Gedanken macht oder ganz unabhängig bleiben will, nimmt eine eigene Wickelauflage mit. Große Wickeltaschen enthalten oft ein mehr oder weniger gepolstertes Exemplar zum Auseinanderfalten. Damit dem Baby auf der abwaschbaren Plastik nicht kalt wird, hilft ein Handtuch oder Moltontuch. Wer nicht waschen will, kombiniert die Unterlage alternativ mit Einmalwickelauflagen, die es im Zehnerpack zu kaufen gibt.

Ist kein geeigneter Mülleimer in der Nähe, ist eine Tüte für die gebrauchte Windel, benutzte Tücher und ähnliches hilfreich. Ein weiterer Beutel nimmt eventuell nass gewordene Kleidung auf. Das bedeutet im Umkehrschluss, man sollte zumindest einen Ersatzbody für das Baby dabei haben. Manchmal müssen allerdings auch darüber liegende Schichten trocken gelegt werden. Im Vorteil ist dann, wer auch Hose und Pulli sowie Strumpfhose oder Socken mitgebracht hat. Bei längeren Ausflügen sind zwei Wechselgarnituren sicherer als eine. Noch ist das Gewicht der Sachen gering, der Transport daher unproblematisch. Die doppelte Vorsorge für den Notfall lohnt. Auch man selbst freut sich übrigens, wenn ein trockenes Oberteil vorhanden ist, denn Eltern bleiben leider nicht immer vom Unglück ihrer Jüngsten verschont.

Sie merken schon, es kommt eins zum anderen, bzw. es kann eins zum anderen kommen. Je besser die Vorsorge, desto weniger dramatisch jedenfalls das Malheur. Aus dieser Sicht lohnt die Überlegung, bereits am Anfang eine geräumige Tasche mit nützlichen Einteilungen zu kaufen. So lässt sich nicht nur alles gut und schnell finden, es fällt nach dem Ausflug auch auf einen Blick auf, was ausgetauscht bzw. ersetzt werden muss.

Welche Wickeltasche ist die richtige?
Bei Wickeltaschen gibt es alles von klein bis groß, preiswert bis teuer, schlicht bis aufwändig. Oftmals gehört eine Wickeltasche bereits zum Zubehör des Kinderwagens und passt dann von der Optik und Größe besonders gut. Wer es modischer liebt, hat zwar die Qual der Wahl, nutzt die lässige Wickeltasche oder den Wickelrucksack aber vielleicht auch später noch für andere Zwecke. Die kleinsten Modelle sind faltbare Wickelunterlagen mit kleinen Fächern für Ersatzwindel, Handy und Geldbörse, die man statt einer Handtasche benutzt und auch seitlich am Kinderwagen befestigen kann. Sie haben den Vorteil, dass sie mit einer Hand auseinandergeklappt werden können und die andere Hand am Baby bleibt. Ist kein Wickeltisch in der Nähe, muss schließlich notfalls auch mal die Wiese oder der in Liegeposition geklappte Kinderwagen als Unterlage herhalten.


Allerdings reichen die Extrafächer der faltbaren Wickelauflagen meist nur fürs Allernötigste. Wer ein bisschen mehr mitnehmen möchte oder muss, landet schnell bei einer Wickeltasche. Je praktischer deren Einteilung ist, desto angenehmer und entspannter wird der Ausflug mit dem Baby.


Die meisten  Wickeltaschen werden an ihrem Tragehenkel um den Schiebegriff des Kinderwagens gehängt und lassen sich bei Bedarf einfach abnehmen. Fahren größere Geschwister auf einem Kiddyboard mit, muss die Wickeltasche unten im Gepäckfach des Kinderwagens oder Buggys Platz finden. Diesen Umstand sollte man dann bereits bei der Anschaffung beachten.

Was muss noch alles mit?
Wie an den Wohnungsschlüssel sollten Sie beim Ausfug mit einem Baby unbedingt an Ersatzwindeln denken. Wie viele Sie brauchen, hängt von der Länge des Ausflugs ab. Höschenwindeln zum Reinschlüpfen sind unterwegs übrigens oft mühselig anzuziehen, weil man dafür dem Kleinkind Strumpfhose, Hose und Schuhe ausziehen muss.


Weil unterwegs oft kein Wasser verfügbar ist, sind Feuchttücher für das Reinigen des Windelpopos sehr hilfreich. Kleine Packungen passen in jede Wickeltasche. Wenn sich die Tücher auch für schmutzige Händchen und Münder eignen, desto besser. Für empfindliche Babys tun es auch trockene Taschentücher und ein Schluck aus der Wasserflasche, die vor allem stillende Mütter sowieso immer dabei haben sollten. Eine Wundcreme für entzündete Babypopos ist ebenfalls ein wichtiger Begleiter, davon genügt eine kleine Dose oder Tube.


Bei längeren Ausflügen brauchen Babys, die gestillt werden, möglicherweise zusätzlich eine kleine Flasche mit Wasser oder Tee. Bekommen sie Fertigmilch, wird sie vorher angerührt in einem Isolierbehälter mitgenommen oder vor Ort mit abgekochtem Wasser aus einer Thermoskanne gemischt. Für größere Babys wird ebenfalls eine Trinkflasche eingepackt und ein oder mehrere Babygläschen. Das bedeutet zugleich, an einen Löffel und das Lätzchen zu denken. Obstgläschen können kalt gefüttert werden. Breis werden entweder vorgewärmt und in Isolierbehältern warmgehalten. Ansonsten muss auch noch ein Fläschchenwärmer mitgeführt oder im Restaurant um das Erwärmen gebeten werden, was wegen der richtigen Temperatur meist schwierig ist. Für zwischendurch empfehlen sich daher einfache Snacks wie Reiswaffeln, Kekse, einzeln verpackte Babyriegel oder eine Banane.  


Je nach Wetter denkt der umsichtige Erwachsene noch an etliche weitere Dinge wie wärmende Mütze oder den Schatten spendenden Sonnenhut, Windschutzcreme oder Sonnenmilch. Nicht fehlen sollte ein Ersatzschnuller und wenn dann noch Platz in der Wickeltasche ist, freut sich das Baby nicht nur beim Wickeln über Ablenkung durch ein kleines Spielzeug.