Irgendwann hat jedes Stillen ein Ende und das Zufüttern beginnt. Frühestens im fünften Monat sollte man damit beginnen, besser erst nach dem sechsten Monat, vor allem bei allergiegefärhdeten Kindern. Nach dem sechsten Monat braucht Euer Baby dann mehr als nur Milch, die Eisenreserven reichen nicht mehr. 

 

Als erstes wird eine Mittagsmahlzeit eingeführt. Im allgemeinen wird empfohlen mit Karotten- oder Bananenmus zu beginnen. Es wird mit ein paar Löffel Brei angefangen vor, nach oder zwischen dem Stillen. Manche Kinder lehnen den Löffel im hungrigen Zustand ab, andere essen nichts, wenn sie nicht sehr hungrig sind. Wenn die Hälfte davon wieder heraus kommt, muß es nicht bedeuten, daß das Kind den Brei nicht mag. Ein Säugling muß erst lernen, mit dem Löffel zu essen.


Falls das Baby den Brei ablehnt, versucht es einfach mit Saft, dann ist die Konsistenz zumindest nicht ungewohnt. Am besten füttern Ihr mit einem flachen Plastiklöffel. Den gibt es in den Probepacketen, die von Hipp, Alete, Humana... verschickt werden, oder Ihr fragt in der Drogerie danach, wenn Ihr Gläschen kauft.

Der Beginn mit dem Löffel erinnert häufig an Schlammschlachten. Leider werden diese noch meist mit Karottenmus ausgetragen, das hartnäckigste Karottenflecken gibt. Deshalb können wir zu Beginn folgende Grundausrüstung empfehlen:

  • drei möglichst große Lätzchen mit Ärmel und kunststoffbeschichteter Unterseite für ihr Kind
  • Ein altes T-Shirt zum Füttern für Mama oder Papa  

Es ist deutlich leichter, wenn Ihr das Kind so hinsetzt bzw. haltet, daß es selbst nicht an den Löffel kann. Manchmal kann man auch das Interesse ablenken, indem man dem Baby selbst einen Löffel gibt. Aber Vorsicht, es schlägt gerne gegen Euren Löffel und der Brei landet irgendwo.

Beginnt mit ein paar Löffel und jeden Tag wird es mehr. Wenn Ihr einen fleißigen Esser habt, verzehrt er nach einer Woche vielleicht schon ein ganzes Gläschen und es wird nicht mehr nachgestillt. Hurra, eine Mahlzeit ist geschafft! Ansonsten verzweifelt nicht, habt Geduld und versucht es mit gleichbleibender Penetranz. Vielleicht ist Euer Kind ja einfach nach einem halben Gläschen satt - versucht nicht mehr nachzustillen. Wenn das Kind noch nach der Brust verlangt, lasst es ruhig noch trinken und versucht jeden Tag mehr zu füttern. Schafft eine entspannte Atmosphäre, singt dem Baby ein Lied vor, erzählt ihm etwas, schaukelt es etwas hin und her.

Der Abstillvorgang soll auch für Euch schonend von statten gehen. Vorsicht ist geboten mit zu schnellen Abstillen. Eine zu volle Brust sollte man immer ausstreichen. Sie kann leicht zu einem Milchstau führen. Um die Milchmenge zu reduzieren, könnt Ihr Salbeitee trinken oder Euch z.B. Salbeitropfen aus der Apotheke besorgen.

Zu Beginn ist es wichtig, nur wenige Zutaten zu füttern und darauf zu achten, ob das Baby auf ein neues Nahrungsmittel reagiert. Nach einer Woche kann ein neues Lebensmittel hinzugenommen werden. Beginnt Ihr mit Banane,dann solltet Ihr, wenn das Kind das Löffeln gelernt hat, zu einem Gemüse wechseln. Wenn das Baby das Gemüse nach den süßen Bananen nicht mag, mischt zuerst Bananen- und Gemüsebrei. Eine Woche später gibt es Kartoffeln dazu und wieder eine Woche später Fleisch: die erste vollwertige Mahlzeit ist geschafft.

Als nächste Mahlzeit wird die Abendmahlzeit durch einen Milchbrei oder die Nachmittagsmahlzeit durch einen Getreide-Obst-Brei ersetzt.

Mit welcher Mahlzeit Ihr weitermachen, hängt von Euch und Eurem Kind ab. Viele Babys haben am Abend einen so großen Appetit, daß sie froh sind, wenn sie nicht nur noch die Brust bekommen. Vielleicht schlafen sie nach einer kräftigeren Mahlzeit auch besser durch. (Das muß aber nicht sein, da die Breimahlzeit natürlich schwerer zu verdauen ist.) Viele Mütter wollen ihren Kindern aber solange wie möglich keine andere Milch als Muttermilch geben, deshalb machen sie mit der Nachmittagsmahlzeit weiter. Manchmal wird nachmittags auch nur Obst empfohlen. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) rät davon ab.

Haltet mindestens eine oder zwei Wochen besser einen Monat Abstand bis eine weitere neue Mahlzeit ersetzt wird. Die Morgenmahlzeit sollte noch ca. bis Ende des ersten Lebensjahres aus Milch (Stillen) bestehen.  Diese wird dann durch eine Säuglingsmilch oder schon durch ein Butterbrot ersetzt.

Wenn Ihr mit dem Abstillen beginnt, achtet darauf, daß Euer Kind genügend Flüssigkeit erhält. Solange Ihr nach jeder Mahlzeit noch stillt, reicht dies als Flüssigkeit. Das Kind trinkt, wenn es Durst hat. Wenn es zu Verstopfung neigt, Durchfall hat oder es sehr heiß ist, sollten Ihr auf zusätzliche Flüssigkeitszufuhr achten.

Wenn Ihr nicht mehr stillen möchtet, wird Trinken wichtig. Geeignet sind Tees, abgekochtes Wasser, Mineralwasser oder verdünnter Saft. Der Tee sollte keinen Zucker oder Zuckeraustauschstoffe, auch keine Maltose enthalten und nach Möglichkeit auch nur aus einem oder wenigen Kräutern bestehen. Ein Baby benötigt etwa 250-400 ml Flüssigkeit zusätzlich zu Milch, Obst und Brei. Nur an heißen Tagen, bei Fieber oder Durchfall sollte es mehr sein. Am besten trinkt das Kind zwischen den Mahlzeiten und nach Möglichkeit nicht direkt davor. Die Flasche sollte dem Kind nicht zum Dauernuckeln überlassen werden.