Anfänglich sind die Wolken lila und der Himmel hängt voller Geigen - man ist verliebt und möchte sich nie wieder trennen. Die Worte sprudeln aus einem heraus - hat man sich gerade voneinander verabschiedet, telefoniert man auch schon; der Gesprächsstoff scheint nie auszugehen...

 

 

 

 
Die Liebe ist so groß, dass man gemeinsam vor den Traualtar tritt. Manche begehen dieses Fest pompös mit den edelsten Speisen in märchenhaftem Ambiente, anderen genügt ein kleines Fest mit Currywurst und Pommes; die einen ziehen die kirchliche Trauung mit Gottes Segen vor, den anderen genügt das Jawort auf dem Standesamt. In einem Punkt sind sich aber alle einig: Diese Liebe ist so groß, sie wird nie vergehen! Schließlich sind die Feierlichkeiten abgeschlossen, die Flitterwochen vorbei und ein gemeiner Störenfried bricht in die Idylle ein: der Alltag...

 
Wie ein schleichendes Gift verbreitet sie sich; die Routine. Zusammenziehen kostet Geld, ob Eigenheim oder Mietwohnung. Euphorisch richtet man sich neu ein und arbeitet dafür mehr als zuvor. Reicht das Geld dennoch nicht aus, nimmt man einen Kredit auf, für den man dann noch mehr arbeitet. Dann kommt noch ein Kind hinzu; auf den ersten Blick scheint alles perfekt. Sie kümmert sich ums Kind, er geht arbeiten oder umgekehrt – Zärtlichkeiten oder gemeinsame Unternehmungen zu zweit kommen da zu kurz. Dennoch glaubt man, das alles zu schaffen, denn man ist ja bald aus dem Gröbsten heraus....


Jammern ist keine Lösung - nichts sagen aber auch nicht
Statistisch gesehen reden Paare immer weniger miteinander. Je länger sie zusammen sind, desto mehr erlischt die Sprache. Dies kann man im Urlaub gut beobachten; Paare sitzen gemeinsam im Restaurant beim Essen und schauen gelangweilt in die Gegend. Vielleicht bittet er sie mal um das Salz oder sie entschuldigt sich kurz zur Toilette - das war es häufig auch schon. Händchenhalten, Begrüßungsküsse, Umarmungen, ehrlich gemeinte Nachfragen gibt es kaum noch. Floskeln nehmen ihren Platz ein: "Wie geht es Dir/ Wie war Dein Tag/...?", sind zwei davon. Die Antwort auf die Frage wird häufig gar nicht mehr wahrgenommen. Das nimmt man anfänglich so hin, versteht man sich doch auch ohne Worte... - ein Trugschluss!


In der Ruhe liegt die Kraft, aber ohne Donner keine Ruhe
Fremdgehen, Lügen, Betrügen - das sind nicht die wirklichen Gründe einer Trennung. Es sind die Auswirkungen, weil man es versäumt hat, etwas gegen die Ursache zu unternehmen. Niemand, der glücklich ist, betrügt. Niemand, der Vertrauen in seinen Partner hat, lügt. Den anderen nicht mit seinen Problemen zu belasten und sich nicht mitzuteilen, das ist der eigentliche Fehler. Ein Problem, welches man teilt, ist ein halbes Problem und wenn es mal kracht, ist es ein reinigendes Gewitter. Es gibt aber auch Paare, die ihren Alltag meistern; gemeinsam das Haus abzahlen, die Kinder großziehen, sich alles gönnen und bei denen die Stille erst dann beginnt, wenn sie ihre "Pflichten" erfüllt haben. Was tun, wenn alles erledigt ist - wo ist das gemeinsame Ziel????


Reden ist Gold und nicht nur Kinder brauchen Zuneigung
Es scheint, als habe man zu Beginn einer Partnerschaft alle Worte "ausgegeben". Miteinander reden und sich Zeit füreinander nehmen - das ist das Rezept! Wenn ein Partner einen Fehltritt beichtet, sollte man aber eines nicht vergessen: Liebe bedeutet nicht nur Glück, sondern auch, einander zu verzeihen...
In guten, wie in schlechten Zeiten.....

 

 

 

Bildquelle: Lupo  / pixelio.de