Stillen und Beruf

Stillen und Beruf
Hinsichtlich der Ernährung hat ein Umdenken stattgefunden: Der Trend geht zu möglichst natürlichen Ernährungsmethoden für Babys und Kleinkinder. Die Empfehlung der Weltgesundheitsbehörde (WHO) lautet, sechs Monate ausschließlich zu stillen.
 
 
Rückkehr in den Beruf trotz Stillen
Für viele Mütter bedeutet Stillen eine (vorübergehende) berufliche Auszeit. Häufig ist die Angst bzw. Ungewissheit, wie sich das Stillen mit dem Arbeiten verbinden lässt und wie die Kollegen bzw. Gesellschaft dazu stehen, zu groß.

Dabei lassen sich Stillen und Berufstätigkeit sehr gut miteinander verbinden! Doch Vorurteile und Fehlinformationen verursachen, dass viele berufstätige Mütter nur kurze Stillzeiten schaffen bzw. nach dem abgelaufenen Mutterschutz auf Flasche umstellen.

Typische Vorurteile sind z.B. folgende:

  • Bei Aufregung bleibt die Milch weg

  • Frauen brauchen zum Stillen viel Ruhe

  • Stillende Mütter sind unkonzentriert

  • Stillen und Beruf passen nicht zusammen

  • Kinder können nicht mit Flasche und Brust gleichzeitig ernährt werden

  • Arbeitgeber ermöglichen das Abpumpen einer stillenden Mitarbeiterin nicht


Doch diese Vorurteile kann man mit einer positiven Einstellung zum Stillen in den Wind blasen. Frauen, die nach kurzer Pause wieder in den Beruf zurückkehren, sind wesentlich lukrativer, als eine Aushilfe, die erst eingearbeitet werden muss. Da nimmt der Arbeitgeber in der Regel auch Stillpausen schweigend hin.

Das Mutterschutzgesetz (MuSchG) regelt auch die Rahmenbedingungen stillender Mütter am Arbeitsplatz. Als Arbeitnehmerin hast Du in folgenden Bereichen Schutzansprüche:

  • Es müssen die gleichen Bedingungen bezüglich des Arbeitsplatzes eingehalten werden, wie bei schwangeren Mitarbeiterinnen. Dies bezieht sich auf das Vermeiden von möglicherweise gesundheitsschädlichen schweren Arbeiten sowie für die Gewährung von Sitzmöglichkeiten bei vorwiegend stehenden Arbeitssituationen bzw. umgekehrt für das vermehrte Aufstehen bei eher sitzenden Tätigkeiten.

  • Die Arbeitszeit darf bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Auch hier gilt dieselbe Regelung wie für Schwangere. Nachtarbeit, Wochenendarbeit, Mehrarbeit von mehr als 8,5 Stunden täglich sind nicht gestattet.

  • Es gilt der Anspruch auf Stillzeiten, während denen die Stillende freigestellt ist (ohne diese Zeit nacharbeiten zu müssen). Dies sind mindestens zweimal 30min am Tag. Die Stillzeiten können auch an den Anfang oder das Ende der Arbeitszeit gelegt werden.

Im Zweifelsfällen wendet Euch am Besten an den Betriebsarzt, die Sicherheitsfachkraft oder das zuständige Gewerbeaufsichtsamt.

Die meisten stillenden Berufstätigen gehen folgendermaßen vor: Das Baby wird morgens und abends bzw. nachts gestillt. Während des Tages pumpt die Frau in der Arbeit in bestimmten Zeitabständen ihre Muttermilch ab und hält sie in Kühlbox oder Kühlschrank frisch. Diese tagsüber gewonnene Milch wird dann zu Hause eingefroren oder innerhalb der nächsten drei Tage von den Betreuungspersonen an das Baby verfüttert.