Zurück in den Beruf

Berufsrückkehrerinnen oder Berufsrückkehrer sind Frauen und Männer, die ihre Erwerbstätigkeit wegen der Betreuung und Erziehung von aufsichtsbedürftigen Kindern oder der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger unterbrochen haben und nach einer bestimmten Zeit wieder (spätestens 1 Jahr nach Ende der Betreuungs- bzw. Erziehungszeit) in die Erwerbstätigkeit zurückkehren wollen.

Als Erwerbstätigkeit bzw. berufliche Tätigkeit gelten:

  • sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

  • selbständige Tätigkeit

  • betriebliche Ausbildung

  • Arbeitslosigkeit

 

Der Wiedereinstieg sollte genau geplant sein, denn zumeist ist dieser mit grundlegenden Änderungen im privaten Bereich verbunden. Mit einer Doppelbelastung Haushalt & Kind sowie Job bleiben manche Tätigkeiten auf der Strecke, bzw. werden nicht mehr zu 100% erfüllt. Angesichts dieser und weiterer Herausforderungen brechen viele Mütter, bzw. Väter die Rückkehr in den Beruf ab.

Doch steht dem Gegenüber die Freude bei der Arbeit. Viele Mütter/Väter schätzen es sehr, nach der Elternzeit wieder beruflich tätig zu sein. Dort genießen sie den Austausch unter Kollegen, ihren Einsatz für die Firma und den allgemeinen Ortswechsel.
 
Bedingt durch Internet und E-Mail ist es für Frauen heutzutage einfacher "am Ball zu bleiben" und sich über den aktuellen Arbeitsmarkt zu informieren. Dies erfordert zwar Zeit, die insbesondere bei Müttern zumeist knapp bemessen ist, sollte jedoch jedem zukünftigen Wiedereinsteiger wert sein. Strukturierung des Tagesablaufs und Einforderung von Unterstützung durch die übrigen Familienmitglieder ermöglichen Entlastung bei den täglichen Haushalts-Pflichten. Viele Aufgaben können delegiert werden.

Besonders zu empfehlen ist die Kontakthaltung zum Arbeitgeber bzw. den ehemaligen Kollegen. So wird man über Neuerungen informiert und zeigt weiterhin Interesse am Beruf. Dies trägt entscheidend zu einer positiven Wiedereingliederung bei.

Wenn das Unternehmen nicht mehr existiert – oder der erlernte Beruf nicht das ist, womit sich der Berufsrückkehrer beschäftigen möchte, so gibt es mittlerweile vielfältige Möglichkeiten zur Weiterbildung, wie z.B. Fernstudium, Volkshochschule und Abendakademie. Aber auch Kurse, die von dem örtlichen Arbeitsamt angeboten werden, gehören dazu.

In bestimmten Fällen gibt es dafür Zuschüsse, so dass bei Teilnahme an solchen Weiterbildungen keine zusätzlichen finanziellen Belastungen entstehen. Die meisten Arbeitsämter bieten einen speziellen Informations- und Beratungsservice für Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer an. Weitere Informationen bietet die Bundesagentur für Arbeit zu Themen wie:

  • Frau und Beruf

  • Checkliste zum Beratungsgespräch

  • Faltblatt zur Berufsrückkehr

  • 10 Tipps für Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer

  • Merkblatt 18 "Familie und Frau im Arbeitsförderungsrecht"

  • Strategien zur Jobsuche

 

 

Während der Elternzeit darf der Arbeitnehmer nicht gekündigt werden. Kündigungsschutz besteht auch, wenn Ihr während der Elternzeit Teilzeitarbeit leistet oder ohne Elternzeit in Anspruch zu nehmen bei Eurem Arbeitgeber Teilzeit arbeitet.

Auch wenn man während der Probezeit schwanger wird, besteht Kündigungsschutz. Dafür gibt es allerdings eine Ausnahme: Bei einer Vereinbarung der Probezeit auf z.B. drei Monate ohne ein Dauerarbeitsverhältnis festzulegen (sog. Endbefristete Arbeitsverhältnisse) besteht kein Kündigungsschutz.

Falls Euch Euer Arbeitgeber kündigt, ohne von der Schwangerschaft zu wissen, wird die Kündigung nachträglich unwirksam, wenn innerhalb von zwei Wochen die Schwangerschaftsbescheinigung vorliegt.

Nach Ablauf der Elternzeit muss der Arbeitgeber die normale Kündigungsfrist einhalten - vorausgesetzt, dass er überhaupt einen wirksamen Kündigungsgrund hat. Es ist deshalb nicht zu empfehlen, sich mit dem Arbeitgeber auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit Ablauf der Elternzeit einzulassen. Falls Ihr nach Ende der Elternzeit das Arbeitsverhältnis beenden wollt, müsst Ihr eine Frist von in der Regel drei Monaten (siehe Arbeitsvertrag) einhalten.

 

Zwei Wochen nach der Geburt solltet Ihr Eurem Arbeitgeber die Länge der in Anspruch nehmenden Elternzeit mitteilen.

Nach der Geburt (wenn der erste Stress vorbei ist) könntet Ihr das Baby den „alten Kollegen“ vorstellen. Die weiteren Besuche in Eurer alten Arbeitsstelle solltet Ihr nicht ausschließlich nutzen, um Kaffee zu trinken und über private Dinge zu sprechen. Fragt immer mal wieder nach den Neuesten Infos bzw. beruflichen Veränderungen etc. nach, um auf den neuesten Stand zu bleiben. Vielleicht könnt Ihr auch vor Ort schriftliche Neuerungen mitnehmen!?

Ein Großteil der Mütter startet den Wiedereinstieg vorerst in Teilzeit. Hierfür gibt es neben der klassischen vormittags - halbtags Arbeitszeit verschiedene Arbeitzeitmodelle, natürlich abhängig von der Firma und ihren Möglichkeiten:
 

Wie für fast alles, gibt es auch Befürworter und Gegner der Teilzeitarbeit. Nachfolgend werden Vor- und Nachteile der Teilzeitarbeit aufgezählt. Entscheiden muss jedoch jeder für sich selbst, was in der jeweiligen Situation das Beste ist.

In der Elternzeit ist eine Teilzeitbeschäftigung bis zu 30 Stunden wöchentlich beim bisherigen Arbeitgeber zulässig. Wenn Ihr Euch überlegt, eine Teilzeitbeschäftigung auszuüben, wäre es ratsam, Euch von der Erziehungsgeldstelle wegen möglicher Auswirkung des Einkommens auf die Höhe des Erziehungsgeldes, beraten zu lassen.