Kinder gehen um den dritten Geburtstag herum in den Kindergarten. Dort wird gelernt, gespielt und auf die Schule vorbereitet. Soziale Kompetenzen werden ausgebildet und erste dicke Freundschaften geschlossen. Doch ein Kindergarten hat unflexible Öffnungszeiten und gerade für Eltern im Schichtdienst ist es oft ein Balanceakt, die Kinder unterzubringen und arbeiten zu gehen. 





Daher kommt für viele eine Tagesmutter in Frage, da hier die Buchungszeiten ganz flexibel ausgemacht werden können. Eine Tagesmutter ist eine Person, die in den eigenen Räumen Zuhause, teilweise auch in angemieteten Räumen, fremde Kinder im Kindergarten- oder Krippenalter betreut.


Wie findet man eine geeignete Tagesmutter und auf was muss man achten?

Wer eine Tagesmutter sucht, kann sich ans Jugendamt wenden. Hier erfährt man die entsprechenden Kontaktdaten einer Tagesmutter in der Nähe. Des Weiteren gibt es auch anerkannte Tagesmüttervereine, die weiterhelfen. Natürlich kann man auch auf eigene Faust im Internet recherchieren.
 

Am besten man macht Termine zum Kennenlernen mit verschiedenen Tagesmüttern aus, bei denen auch gleich die Umgebung in der die Kinder betreut werden unter die Lupe genommen werden können. Verschiedene Termine sind wichtig, um die passende Betreuerin zu finden, denn nicht immer stimmt die Chemie oder die Räumlichkeiten sagen den Eltern und dem Kind zu.
 

Diese sollten natürlich kindgerecht und kindersicher eingerichtet sein. Also alles was es im Kindergarten gibt, sollte auch bei der Tagesmutter vorhanden sein. Dazu gehören:

- kindgerechte sanitäre Einrichtungen
- einen ansprechenden Schlaf- und Ruheraum
- vollwertiges und gesundes Essen
- altersgerechtes Spielzeug
- ein Outdoor-Bereich zum Spielen und Entdecken


Die Räumlichkeiten werden übrigens vom Jugendamt regelmäßig inspiziert und auf Kindertauglichkeit geprüft. Hat man die passende Tagesmutter gefunden, stellt sich nun die Frage nach den Kosten.

Betreuungskosten und Qualifikationen

In Hinblick auch die Kosten gibt es regionale Unterschiede. Grundsätzlich richten sich die Kosten für die Betreuung nach dem Einkommen der Eltern, sowie den gebuchten Wochenstunden und dem Essensgeld zusammen. Einen festen Tarif gibt es nicht, daher sollten Eltern neben dem Wohlfühlfaktor auch die Preise berücksichtigen, bevor es zum Vertrag kommt.
 

Häufig gibt es für finanziell schwächere Eltern auch die sogenannte Wirtschaftshilfe vom Jugendamt, bei der die Kosten entweder teilweise oder auch ganz vom Staat übernommen werden.
 

Weitere Seiten zu diesem Thema:

 

 

Wer erwerbstätig ist hat übrigens einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz, das heißt ein Antrag für eine Tagesmutter kann beim Jugendamt gestellt werden.
Die Tagesmutter sollte entweder eine pädagogische Ausbildung haben oder das DJI-Curriculum besitzen. Das ist eine Qualifizierung nach dem Deutschen Jugend Institut (DJI) und setzt 160 Stunden Unterricht in Sachen Kindererziehung, Konfliktlösung, Entwicklungsphasen und allgemeine Betreuung voraus. Sind diese Stunden absolviert, so erhält die Tagesmutter ein Zertifikat als qualifizierte Kindertagespflegeperson vom Bundesverband für Kindertagespflege. Außerdem benötigt eine Tagesmutter eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt und muss einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder nachweisen können. Die Pflegeerlaubnis gilt im Normalfall fünf Jahre und kann beim Jugendamt von den Eltern eingesehen werden.
 

Ganz wichtig ist auch das vorhandene erweiterte polizeiliche Führungszeugnis, sowie ein Gesundheitsnachweis.

Die Vor- und Nachteile einer Tagesmutter

Die Vorteile einer Tagesmutter liegen auf der Hand. Es gibt nur maximal fünf Kinder, die individuell mit Familienanschluss betreut werden. Es bleibt für jedes Kind mehr Zeit und auf die jeweilige Entwicklungs- und Lernphase kann intensiver eingegangen werden. Zudem wird die Tagesmutter regelmäßig vom Jugendamt kontrolliert und muss entsprechende Nachweise über ihre Qualifikation führen. Auch der Aspekt der flexiblen Buchungszeiten ist für viele Eltern interessant. Schüchterne Kinder fühlen sich in dem kleinen Kreis bei der Tagesmutter oft wohler als in großen Kindergärten. Zudem gibt es meist keine Wartezeit auf einen Betreuungsplatz.
 

Doch auch Nachteile sind vorhanden. Die Tagesmutter ist die einzige Bezugsperson für die Kinder. Ist sie krank, reagieren die Kleine oft negativ auf eine fremde Vertretung. Manche Tagesmütter bieten an, dass die Kinder auch in einem umliegenden Kindergarten betreut werden können, sollte sie krank sein. Hier sind die Bring- und Abholzeiten jedoch wieder unflexibel. Manche Kinder fühlen sich schlicht und ergreifend auch wohler in einem Kindergarten. Vor allem solche, die sehr extrovertiert und kontaktfreudig sind und viele andere Kinder zum Spielen haben wollen.
 

Die Tagesmutter ist meist auch teurer als der Kindergarten und bietet möglicherweise nur begrenzte Lern- und Spielmöglichkeiten. Denn da wo mehr Kinder sind, gibt es auch mehr Beschäftigung und Lernanreize.

Fazit: Eine gute Alternative

Fühlt sich das Kind bei der Tagesmutter wohl und passt sie gut in das eigene Erziehungskonzept und ist sympathisch, steht einem Vertrag nichts im Weg. Vor allem aufgrund der flexiblen Zeiten eignet sie sich gut für viele berufstätige Eltern.
Natürlich gibt es auch Nachteile und man muss vielleicht einige Tagesmütter miteinander vergleichen, ehe man die passende gefunden hat. Aber das ist bei Kindergärten nicht anders und sollte das Experiment in die Hose gehen, so lässt sich ein Vertrag natürlich jederzeit kündigen.

 

Bildquelle: Wilhelmine Wulff_All Silhouettes  / pixelio.de