Kindergarten

Seit dem neuen Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kindertagesstätten wird der Kindergarten nicht mehr ausschließlich als Betreuungseinrichtung, sondern als Bildungseinrichtung verstanden. Die Kinder sollen nun nach dem Erziehungsplan auf spielerische Art verschiedenste Kompetenzen erlangen, die ihnen in ihrer Schullaufbahn als Basiswissen dienen sollen.

Jeder Kindergarten handhabt die Eingewöhnungsphase individuell. Doch auch Ihr als Eltern habt dabei Mitspracherecht. Schließlich kennt keiner Euer Kind so gut, wie Ihr selbst.

Der richtige Zeitpunkt für den Kindergartenstart ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Auf jeden Fall sollten die Eltern soweit sein, ihr Kind gerne loslassen zu können. Der Beginn des Kindergartens ist für die meisten Kinder die erste Erfahrung mit der Ablösung vom Elternhaus. Die Kinder werden von - für sie - zunächst „Fremden“ betreut, befinden sich in einer unbekannten Umgebung mit vielen unbekannten Kindergesichtern und vor allem einem anderen Tagesrhythmus und Regeln. Der Kindergartenbesuch ist für die Kinder unverzichtbar, da er die Selbständigkeit fördert, Sozialverhalten begünstigt und bildet.

Bevor Ihr Euch entscheidet, Euer Kind in einem Kindergarten anzumelden, solltet Ihr Euch folgende Fragen stellen:

  • Hat das Kind bereits eine Spielgruppe besucht bzw. mit anderen Kindern gemeinsam gespielt?

  • Ist es Trennungen von den Eltern gewohnt und kann damit umgehen (z.B. Tag bei der Tante, Übernachten bei Oma und Opa)?

  • Hat es bereits eine Gruppe ohne Eltern besucht (Spielgruppe z.B. einmal wöchentlich 2 Stunden)?

  • Weiß das Kind mit dem Begriff „Kindergarten“ durch Tag der offenen Türen, Geschwisterkindern oder Nachbarskindern etwas anzufangen?

  • Ist das Kind zuhause nicht mehr ganz ausgelastet und langweilt es sich immer öfter?

  • Ist der Start für den Kindergartenbesuch günstig (ungünstig wären Umzug, Tod eines Nahestehenden, Geburt eines Geschwisterchens etc.)?

  • Seid Ihr bereit, Euer Kind „loszulassen“?

  • Wie sieht es mit der Sprachkompetenz Eures Kindes aus? Kann es seine Bedürfnisse äußern?

  • Habt Ihr Euch über die unterschiedlichen Kindergärten in Eurem Umfeld erkundigt?

  • Ist Euch die Einrichtung bereits vertraut (durch Anmeldegespräche, Tag der offenen Tür)?

  • Ist das Kind auf den Kindergartenstart vorbereitet (durch Gespräche, Schnuppertage, Bilderbücher etc.)?

Umso mehr Fragen mit Ja beantwortet werden konnten, umso besser stehen die Weichen für einen gelungenen Kindergartenstart.
 


Kindergartencheckliste:

  • Kindergartentasche oder Rucksack

  • Brotzeitdose und gegebenenfalls Trinkflasche

  • Hausschuhe (ohne Schnürsenkel)

  • Gummistiefel und Matschhose

  • Turnkleidung im Turnbeutel (Gymnastikschuhe oder leichte Leinenschuhe sind schweren Turnschuhen vorzuziehen)

  • Eine Garnitur Ersatzklamotten

Wichtig: Alles, was Euer Kind in den Kindergarten mitnimmt, sollte beschriftet sein (auch Rucksäcke, Jacken, Mützen, Hausschuhe etc.). Schließlich kauft nicht nur Ihr bei Tchibo, Aldi, H&M und Co ein.

Namensschildchen zum Aufbügeln bietet Baby Walz an. Individuelle Namens-Aufkleber könnt Ihr unter http://www.logo-2-go.de/ bestellen. Doch auch der Kugelschreiber ist für Klamotten ausreichend. Für Brotdosen & Co könnt Ihr den Namen auf Buntpapier evtl. ergänzt durch kleinen Aufkleber durch Tesa fixieren.

Zumeist suchen die Eltern einen Kindergarten in Wohnortnähe aus. Doch da stehen häufig mehrere im Angebot. Nach welchen Kriterien soll nun die Entscheidung für DEN Kindergarten gefällt werden? Für die Wahl des Kindergartens gelten dieselben Vorüberlegungen, wie bei der Suche nach einer Kinderkrippe (siehe {rdlc id=604}).

Kindergärten betreuen Kinder von 3 Jahren bis zum Schuleintritt durch qualifiziertes Personal. Träger dieser Einrichtungen sind freie (Kirchen, Freie Wohlfahrtspflege, Vereine, Elterninitiativen) und auch öffentliche Institutionen.

Der Eintritt in den Kindergarten ist ein wichtiger Lebenseinschnitt für das Kind und stellt hohe Anforderungen an seine sozial-emotionale Anpassungsfähigkeit. Denn jede Art von sozialer Veränderung bedeutet Neuorientierung, die mit Unsicherheit und psychischer Belastung einhergeht. Jedes Kind sollte den Kindergarten positiv erleben und dabei erfahren, dass es für einen längeren Zeitabschnitt von seinen Bezugspersonen getrennt sein kann.


Um den Übergang von der Familie in die Kindertagesstätte möglichst angenehm zu gestalten, ist es nützlich, sich im Vorfeld über die Wahl des Kindergartens, die Kindergartenreife, die Vorbereitungen für den Start sowie Eingewöhnungsvorschläge zu informieren.