Kindergeburtstage können gerade für Eltern ein wahrer Greul sein. Die Angst, nicht alle Kinder zu unterhalten, die Furcht davor, dass es Streit gibt, die Unsicherheit, ob das Essen schmeckt. Diese Gefühle kennen wohl die meisten Eltern, die schon einmal einen Kindergeburtstag ausgerichtet haben. Und dann beschleicht die unsicheren Eltern auch noch die Angst, nicht „mithalten“ zu können bei den Events, von denen ihre Kinder berichten.

 

Kinder schätzen verschiedene Aktionsformen

Wer sich einmal vor Augen führt, welche Reizüberflutung es für ein Kind bedeuten kann, wenn es die Eltern zu gut meinen, der erkennt schnell: Es muss nicht vormittags der Indoor-Spielplatz, mittags das Essen in der Fast-Food-Kette und nachmittags der Besuch auf dem Bauernhof sein. Wer im Anschluss an diesen Partymarathon die Kinder befragen würde, bekäme sicherlich nur stöhnend zur Antwort, dass es zu viel gewesen sei. Ergo: Weniger ist mehr.

Es geht nicht darum, der Geburtstagsfeier des Nachwuchses einen Schlichtheitspreis zu verleihen, sondern es geht darum, ihn kindgerecht zu gestalten und das bedeutet, dass verschiedene Aktionsformen gut miteinander kombiniert werden sollten.

 

 

 

Kinder sollten nicht die ganze Zeit "bespielt" werden, sondern die Möglichkeit haben, selbst aktiv zu werden. Ob das im Bälle-Bad ist wie hier oder bei einer Schnitzeljagd, ist abhängig vom Geburtstagskind und den Gästen.

 

1.)    Kinder sollten bei jeder Geburtstagsfeier die Möglichkeit haben, altersgerechte Spiele zu spielen. Ob das der Besuch des Spielplatzes – im Rahmen eines Zoo-Besuchs – ist oder das Austoben in einem Sport- und Freizeitpark … Die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und sich zu bewegen ist essentieller Bestandteil einer gelungenen Kindergeburtstagsfeier. Je älter die Kinder werden, desto weniger ist das haltlose Springen ein wichtiger Faktor. Hier ist eher das Mitmachen, das sich Ausprobieren und das Erleben ein entscheidender Faktor, wenn altersgerechte Spiele geplant werden (wie etwa eine Schnitzeljagd oder ein Quiz).

2.)    Kinder sollten altersgerechtes Essen bekommen, das Spaß macht. Natürlich sollte der Nachwuchs gesundes Essen erhalten, doch keiner sagt, dass dies langweilig anzusehen sein muss. Das Gurkenkrokodil kann beides: Es sieht witzig aus und ist doch gesund. Klassiker bei der Geburtstagsfeier jüngerer Kinder sind Würstchen oder Nudeln. Dazu gibt es diesen pfiffigen Tipp: Die Würstchen werden in kleine Stücke geschnitten. Harte Spaghetti durchschieben und alles im heißen Wasser kochen. Mit Ketchup serviert haben so sicherlich die meisten Kinder Spaß am Essen.

3.)    Je jünger die Gäste sind, desto wichtiger ist es, Ruhephasen einzuplanen, die die Kinder nicht als solche erkennen. Die vergleichsweise einfache Variante ist das Zeigen eines Kurzfilms, der allerdings nicht länger als 20 Minuten dauern sollte. Pfiffiger ist es indes, einen kleinen „Star“ zum Geburtstag einzuladen. Wer dies sein könnte, wird im nächsten Absatz genauer erläutert.

 

Wer wird der Gast-Star beim Kindergeburtstag?

Eine prima Option, um den Kindern eine kleine Ruhephase zu gönnen und sie im Anschluss daran wieder ins Geschehen einzubinden ist die Zauberschule. Dabei ist der „Gast-Star“ natürlich der Zauberer, der mit Umhang und Zylinder jede Menge Hokuspokus verbreitet und die Neugier der Kinder schürt. Natürlich macht er aus seinen größten Tricks auch ein großes Geheimnis, das – wenn überhaupt – nur das Geburtstagskind zugeflüstert bekommt.

Im Anschluss an die Zauberdarbietung, die ebenfalls nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauern sollte, kann wieder eine Mitmach-Aktion folgen. Das Knoten von Luftballon-Tieren ist hier eine Variante. Alternativ kann – getreu dem Motto der Zauberschule – der Zauberer den Kindern auch einen kleinen Trick verraten und diesen solange mit ihnen einstudieren, bis sie ihn selbst beherrschen. Je nach Größe der Kindergruppe können im Anschluss daran vielleicht sogar zwei Kinder selbst einen kleinen Trick präsentieren.

Darüber hinaus können diese Protagonisten zum „Gast-Star“ einer Kinderparty werden:

 

 

Sie erheitern Jung und Alt: Clowns sind der Star jedes Kindergeburtstags.

- Clowns mag fast jedes Kind, denn nicht nur ihre rote Nase, sondern auch ihre lustige Art bringt wahrscheinlich Jung und Alt zum Lachen.

- Der Gast-Star kann auch gleich zu Beginn der Party in der Person einer kleinen Künstlerin ein erstes Highlight darstellen. Besonders geeignet ist dies, wenn es sich um eine Motto-Party handelt, von der die Gäste nichts wussten. Werden sie dann von einer Künstlerin erwartet, die sie gleich zu Beginn des Kindergeburtstags im Stil des Party-Mottos schminkt, ist das ein würdiger Auftakt für den Kindergeburtstag.

Wer den „Star-Faktor“ hat, ist letztlich stark vom Kind abhängig. Das bedeutet, dass auch eine Musikerin des örtlichen Vereins, diesen „Star-Faktor“ haben kann, wenn sie dem Geburtstagskind ein Ständchen bringt und es anschließend auf seinem Musikinstrument spielen lässt. Gerade für Mädchen kann auch das Einstudieren einer Hip-Hop-Choreographie zum Special-Event auf einer Geburtstagsfeier sein.

 

Die Party muss zum Geburtstagskind und zu den Gästen passen

Ein Kindergeburtstag steht und fällt damit, ob das Geburtskind und die kleinen Gäste Spaß haben. Daher ist es ratsam, im Vorfeld einen Blick auf die Liste der Partygäste zu werfen. Sind hier auch Jungs vertreten, sollte nicht das Motto „Barbie“ gewählt werden, denn meist gehört Ken nicht zu den Idolen der kleinen Jungs. Auch die Aktionen, die geplant sind, müssen dem Alter der Kinder angemessen sein. Tipp: Nicht das eigene Kind sollte als Richtschnur gelten, sondern der jüngste Gast. Das hilft ein Partykonzept zu initiieren, das niemanden überfordert.

 

 

 

Abbildung 1: pixabay.com © AdinaVoicu (CC0 Public Domain)

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