Kinderkrippe

Wenn Sie für ihr Kind einen Betreuungsplatz suchen, informieren Sie sich gründlich und versuchen Sie sich Wahlmöglichkeiten offen zu halten:

Wichtig für die Entwicklung von Kindern ist eine vom entwicklungspsychologischen Standpunkt vernünftige, das heißt altersentsprechende Versorgung. Für den Krippenbereich heißt das psychologisch vernünftig.

  • Kinder sind angewiesen auf konstante Betreuungspersonen und Gruppen (um Kontinuität zu gewährleisten, bieten sich altersgemischte Gruppen an, die sowohl das Krippenalter als auch das Kindergartenalter umfassen).

  • Es müssen ein niedriger Betreuungsschlüssel und eine kleine Gruppengröße garantiert werden. Als Faustregel für das Verhältnis Anzahl der Kinder pro Betreuer kann gelten: für Kinder unter 18 Monaten ein Betreuerschlüssel von höchstens 4:1, für Kinder bis zu zwei Jahren 5:1, für Kinder zwischen zwei und drei Jahren 8:1, für Kinder zwischen drei und vier Jahren 10:1. Unabhängig von diesem Betreuerschlüssel ist es für alle Kinder vorteilhafter, in einer kleinen Gruppe betreut zu werden. Es ist also besser, wenn eine Gruppe von fünf Kindern von einem/einer Erzieher/in betreut wird, als wenn zehn Kinder von drei Erzieher/innen betreut werden.

  • Besonders wichtig ist die Qualität der Betreuung. Kleine Kinder – und nicht nur diese – brauchen Menschen, die herzlich und liebevoll mit ihnen umgehen, die es verstehen, sie altersgerecht anzuregen, in ihren Gefühlen anzunehmen und aufzufangen, und die mit ihnen sprechen und spielen.

  • Zu den Kriterien, mit denen Eltern die Qualität einer Betreuung bestimmen können, gehört auch die Ausstattung der Räume. Altersgerecht sind ausreichend große Räume mit vielen Rückzugsmöglichkeiten, Platz zum Entdecken und Erkunden und entwicklungsgerechte Spielangebote.

 

 
Quelle: "Handbuch Kinder", Stiftung Warentest, Rose Riecke-Niklewski und Günter Niklewski

Für Kinder von Eltern, die auf eine Erwerbstätigkeit aus vielfältigen Gründen nicht verzichten wollen oder können, steht eine Vielzahl an Kinderbetreuungsangeboten bereit. Zu diesen gehören die Kinderkrippen. Krippen haben sich seit den 60er Jahren von einer pflegerisch-hygienischen zu einer sozialpädagogischen Einrichtung weiterentwickelt, die sich an den Bedürfnissen von Familien und Kindern orientiert. Den fachlichen Schwerpunkt setzt die Staatsregierung dabei in der Qualitätssicherung. Nach wie vor besteht in Ostdeutschland ein dichteres Netz an Krippen, während im Westen weniger Plätze bereit stehen. München ist beim Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder bis zu drei Jahren in Bayern führungsweisend. Dennoch stehen zu wenig Plätze zur Verfügung und es ist mindestens die doppelte Anzahl notwendig. Deshalb soll in Zukunft das Netz an Kooperationseinrichtungen (0-6 Jahre), Kinderhäusern (0-10 Jahre), Kindertageszentren (0-10 Jahren) sowie Kinderkrippen (0-3 Jahre) ausgebaut werden.

Ziel der Betreuung für Kinder unter drei Jahren ist eine qualifizierte Pädagogik für institutionell betreute Kleinkinder. Die emotionale, soziale und kognitive Entwicklung der Kinder soll gefördert werden . Dabei spielen frühe Gruppenerfahrungen, anregende Spielumwelten und vor allem die Verlässlichkeit der Bezugspersonen eine herausragende Rolle. Kinderkrippen eröffnen den Kindern vielfältige Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten und unterstützen die Eltern auch in allgemeinen Erziehungsfragen. Qualifiziertes pädagogisches Personal sorgt für eine individuelle und altersgemäße Betreuung, Bildung und Erziehung. Im Bedarfsfall werden Fachdienste der Kinder- und Jugendhilfe hinzugezogen.

Quelle: www.pixelquelle.deUntersuchungen zum Bindungsverhalten von Kindern mit und ohne Krippenbetreuung haben bisher noch keine eindeutigen Ergebnisse erbracht. Bei der Mehrzahl solcher Untersuchungen jedoch zeigten die meisten Kinder, die zusätzlich fremdbetreut wurden, ein ebenso sicheres Bindungsverhalten wie reine „Familienkinder“. Die Unsicherheiten in der Beurteilung, ob und inwieweit frühe Fremdbetreuung Auswirkungen auf das Bindungsverhalten hat, betrafen zudem nur Kinder, die vor Ablauf des ersten Lebensjahres eine Krippeneinrichtung besuchten. Vor allem im ersten Lebensjahr kann also eine Krippenbetreuung – dies halten Experten für „wahrscheinlich“-, die nicht den Bedürfnissen eines Säuglings angepasst ist, die emotionale Sicherheit des Babys beeinträchtigen. Denn vor allem Säuglinge, aber auch Kleinkinder empfinden viele, rasch wechselnde Betreuungspersonen als Belastung. Sie reagieren eventuell sofort mit Krankheit und sind dem Risiko ausgesetzt, auch weiterhin nicht ihre Entwicklungsmöglichkeiten ausschöpfen zu können. Deshalb ist für die Versorgung außerhalb der Familie eine beständige Bezugsperson (und Gruppe) absolut notwendig.
 
Im Allgemeinen sind sich Experten jedoch weitgehend darüber einig, dass Kinder, die nach den ersten 18 Monaten oder später in einer Kindertagesstätte betreut werden, keine Beeinträchtigung ihres Bindungsverhaltens zeigten. Dies gilt natürlich nur für Kinder, deren Eltern auch von Anfang an, seien sie nun den ganzen Tag mit ihren Kindern zusammen oder nicht, regelmäßig und zuverlässig als sicherer Hafen zur Verfügung stehen und die die Erwartung ihrer Kinder erfüllen, angenommen zu sein und bestätigt zu werden.

 

Quelle: "Handbuch Kinder", Stiftung Warentest, Rose Riecke-Niklewski und Günter Niklewski