Sozialverhalten

Quelle: www.pixelquelle.deDie ersten wichtigen Sozialpartner für das Kind sind zumeist die Eltern. Doch bereits ab ca. 12 Monaten zeigen Kleinkinder Interesse an Gleichaltrigen. Der Kontakt beschränkt sich in diesem Alter vorrangig auf Blickkontakt, wechselseitigem Nachahmen und dem nebeneinander Spielen. Diese Kontaktform zu Gleichaltrigen bleibt etwa bis die Kleinen zwei Jahre alt sind – es sei denn, Kinder kennen sich gegenseitig gut.

Diese Form des „Miteinanderspielens“ beruht auf den noch unzureichenden, sprachlichen Fähigkeiten. Trotzdem sind Kinder zumeist gerne zusammen und profitieren von dem Kontakt zu Gleichaltrigen. Einige Zeit nach dem 2. Geburtstag beginnen die meisten Kinder, untereinander zu interagieren und miteinander zu spielen. Zuerst sind die Spiele einfach, z.B. üben die Kinder die gleiche Tätigkeiten in der Spielküche aus. Kinder bevorzugen in der Regel das Spiel mit einem Partner, sie sind aber noch ziemlich flexibel in der Wahl des Spielkameraden. Nach und nach entwickeln sich jedoch Freundschaften. Stabile Freundschaften sind bereits im 2. Lebensjahr möglich, wenn sich Spielpartner finden, die gut zusammen passen. Freunde wechseln meistens noch sehr schnell, obwohl manche Kinder wochen- oder monatelang unzertrennlich erschienen. In Kindergruppen spielen 2-3jährige häufig in großen Gruppen nebeneinanderher. Später, wenn die Rollenspiele beginnen, werden die Spielgruppen kleiner und weniger beliebte Kinder möglicherweise ausgeschlossen. Ab dem Alter von drei Jahren ziehen nahezu alle Kinder das Spiel mit Gleichaltrigen dem Alleinspiel vor. Nun haben sie auch genaue Vorstellungen, mit wem sie am liebsten Spielen.

Doch Freunde können nicht immer nur harmonisch miteinander Spielen. Manchmal kommt es auch zu Konflikten. Möglicherweise wollen sie nicht teilen und protestieren, wenn ihnen ein Spielzeug weggenommen wird. Sie schlagen, treten und beißen sich auch gegenseitig. Kinder zanken sich in der Regel erst, wenn sie sich gegenseitig sehr gut kennen. Richtiges Streiten und Diskutieren zeigt, dass sich die Kinder vertraut sind.
 


Doch was können Eltern tun, wenn das Kind schlägt, tritt oder beißt?

  • Das Schlüsselwort lautet hier zu allererst Konsequenz
  • Das Kind muss zuerst gestoppt werden mit einem klarem „Du darfst andere Kinder nicht hauen“
  • Dann wird dem „Opfer“ Beachtung geschenkt: Trösten, Ersatz beschaffen etc 
  • Nun nimmt man den Rabauken zu sich, erklärt nochmals ruhig die falsche Verhaltensweise

Mit dieser Methode lernt das Kind, dass es mit aggressivem Verhalten keinen Erfolg hat. Die Aufmerksamkeit wird dem anderen Kind entgegengebracht. Sollte sich das Kind als unbelehrbar zeigen, hilft nur die Androhung, die Spielsituation zu verlassen und dies auch durchzuziehen. Beim ersten Mal reicht vielleicht schon eine Auszeit in einem anderen Raum. Wenn das nichts hilft, wäre der Weg nach Hause anzudenken.

Quelle: www.pixelquelle.deSobald ein Kind ein Geschwisterchen bekommt, verändert sich das Familiengleichgewicht. Es gibt nun neben dem Elternpaar auch ein Kinderpaar. In Konfliktsituationen bilden sich zumeist zwei Parteien. Die Kinder zeigen sich solidarisch miteinander, auch wenn sie sonst öfter miteinander streiten. Damit bildet sich ein Gemeinschaftsgefühl, das unter den Geschwistern oft ein Leben lang anhält.

Wenn das Einzelkind ein Geschwisterchen bekommt, bezeichnen Psychologen diese Situation als „Entthronungs-Schock“. Jedes Kind reagiert in dieser Phase unterschiedlich, die einen ziehen sich zurück, andere zeigen aggressives Verhalten und wieder andere Kinder fallen in das Babyverhalten zurück. So oder so, stellt die erste Zeit mit dem Baby für das ältere Kind eine große Belastung dar.
 
 
Deshalb ist es sehr ratsam, das Kind frühzeitig (während der Schwangerschaft) auf die bald veränderte Familiensituation vorzubereiten:

  • Kindgerechte Annäherung an das Thema Schwangerschaft (durch Kinderbücher)

  • Ultraschalluntersuchungen und CTG mit den älteren Kindern wahrnehmen

  • Streicheln des Bauches, Erzählen oder Singen mit dem großen Kind

  • Fotos bzw. Videos von der Babyzeit des Erstgeborenen ansehen

  • Miteinbeziehen in die Vorbereitungen für das Baby wie z.B. Zimmergestaltung, Einkauf von Kleidung, Spielsachen etc.

  • Es ist nicht „Mamis Baby“ sondern „Unser Baby“ – das stärkt das Familiengefühl


Wenn das Baby das Licht der Welt erblickt hat:

  • Das große Kind kann mit dem Papa ein Geschenk für das Baby aussuchen z.B. Kuscheltier

  • Das Erstgeborene bekommt (evtl. beim Erstbesuch im Krankenhaus) ebenfalls ein Geschenk (evtl. eine Puppe mit der es alles nachspielen kann, was Mama mit dem Baby machen)

  • Freunde und Verwandte beim Erstbesuch bitten, zuerst das ältere Kind zu begrüßen

  • Das Kind möglichst viel miteinbeziehen: Beim Wickeln, Flasche geben, Anziehen etc.

  • Das Baby dem Geschwisterchen auch anvertrauen (gut gestützt kann ein Kind das Baby unter Aufsicht ruhig selber halten), damit sich eine intensive Geschwisterbeziehung entwickeln kann


     

Die sozialen Fertigkeiten unter Geschwistern werden durch lebenslange Praxis fein geschliffen. Sie können gegenseitig sehr voneinander profitieren:

  • Die Kinder lernen das Streiten und sich Vertragen

  • Sie haben ein soziales Probefeld in sicherer Umgebung, indem sie für Freundschaften Ihr Verhalten testen können

  • Geschwister lernen mit Kompromissen umzugehen

  • Sie lernen sich durchzusetzen


Geschwister lieben und unterstützen sich, sie teilen, konkurrieren jedoch auch um die Aufmerksamkeit ihrer Bezugspersonen. Dies ist ganz natürlich unter Geschwistern. Jedoch sollte diese Rivalität und die damit verbundene Eifersucht, Aggression etc. nicht auch noch durch Vergleichen der Kinder untereinander verschärft werden:

  • Behandelt die Kinder eher einzigartig als gleich: „Du bist meine einzige Sophia“, „Du bist der beste Florian auf der Welt“

  • Jedes Kind muss für seine individuelle Stärken gelobt werden 

  • Jedes Kind hat unterschiedliche Stärken und Schwächen, die auch von den Eltern benannt werden dürfen

  • Geht auf die Bedürfnisse ein: Kauft Eurer Tochter ein neues Kleid, wenn sie eines braucht, und dem Sohn neue Filzstifte, wenn seine ausgetrocknet sind

  • Akzeptiert ihre Gefühle und Frustrationen

  • Wenn Ihr einem Kind eine Rolle zuordnet, wird es sie erfüllen: "Thomas, warum bist du ein Tyrann?" Bedeutet, dass Thomas Aufmerksamkeit erfährt, wenn er diese Rolle spielt, und seinem Geschwisterchen die Opferrolle zukommt, aus der es Vorteile ziehen kann

  • Bei Streitigkeiten ist es für Eltern nicht ratsam, sich einzumischen – besser fragt man nach dem Grund des Streits (beide Parteien dürfen Ihre Version schildern) und welche Lösung möglich wäre – zumeist haben Kinder gute Ideen und sind kompromissbereit

Ein wichtiger Aspekt dieses neuen Selbsterlebens ist das Bedürfnis, Gegenstände als die eigenen besitzen zu dürfen. Sicher entsteht gerade jetzt, wenn ihr Kind anfängt, mit anderen, vor allem gleichaltrigen Kindern zu spielen, zunehmend die Notwendigkeit, auch teilen und austauschen zu können. Viele gemeinsame Aktivitäten enden – vor allem auch zu ihrem Ärger – gerade deshalb mit großem Geschrei, weil eines der beiden Kinder nicht in der Lage war, sich von seinem Spielzeug zu trennen. Wie viel einfacher wäre es doch, wenn das Wörtchen „meins“ nicht diese zentrale Rolle im Wortschatz Ihres Kindes spielte! 
 
Doch verlangen sie nicht zuviel von ihrem Kind. Man hat zwar erkannt, dass Kinder auch in diesem Alter manchmal sogar spontan einem anderen zuliebe eigene Interessen zurückstellen können, dennoch darf man diese Eigenschaft – gerade jetzt, wo die Entwicklung des „Ich“ und „Mein“ auf de Tagesordnung steht – nicht stillschweigend und immer voraussetzen. Und vor allem: Ihr Kind ist nicht „böse“, wenn es nicht teilen will. Teilen und abgeben wollen gelernt sein – ebenso wie der berechtigte Wunsch, auch manche Dinge für sich ganz alleine zu haben und laut und deutlich „meins“ sagen zu dürfen.

Quelle: "Handbuch Kinder", Stiftung Warentest, Rose Riecke-Niklewski und Günter Niklewski

Im Deutschen ist als Bezeichnung für dieses Alter der Begriff des Trotzalters geläufig. Auch der „Bock“ des Zwei- bis Dreijährigen ist sprichwörtlich. In einem amerikanischen Handbuch zur emotionalen Gesundheit des Kindes wird als erster Meilenstein in der emotionalen Entwicklung zwischen zwei und drei Jahren die „Fähigkeit, einen Wutanfall zu bekommen und sich wieder von ihm zu erholen“, beschrieben. Mit diesen Beschreibungen wird ein Entwicklungsschritt dieses Alters hervorgehoben. Nämlich die Fähigkeit des Kleinkindes, sich als Individuum zu erleben und einen eigenen Willen zu haben. Vorformen eines Selbstempfindens haben sich zwar schon viel früher entwickelt, doch in der Phase zwischen zwei und drei Jahren verändert sich das Selbstempfinden des Kindes noch einmal ganz besonders.

Äußere Anzeichen sind etwa, dass das zweijährige Kind sich auf einem Foto selbst erkennt, dass es von sich in der dritten Person sprechen kann. Zunehmend werden „mich“, „mir“ und vor allem „mein“ zu ganz wichtigen Wörtern. Mit zweieinhalb Jahren entwickeln Kinder einen Begriff von sich und ihrem Körper. Sie wissen, ob sie groß oder klein sind, ob Junge oder Mädchen und beginnen „ich“ zu sagen. Das wichtigste Merkmal dieses Selbsterlebens ist, dass man ein Individuum ist, getrennt und unabhängig von anderen, aber auch in Beziehung zu anderen. Dazu gehört auf der einen Seite, dass man -fast- alles allein und selbst machen kann, und auf der anderen Seite, dass man sich den Anforderungen anderer widersetzen kann. Der „Bock“, den ein Kind in diesem Alter entwickelt, ist die ihm gegebene Art und Weise, wie es seine zunehmende Selbständigkeit zum Ausdruck bringen kann. Jedes Mal, wenn es „nein“ sagt, oder gerade das Gegenteil von dem, was von ihm erwartet wird, sagt, will und tut, lernt es, sich immer mehr als eigenständiges Individuum mit eigenen Absichten und Handlungszielen zu begreifen. Meistens ist es aber noch nicht in der Lage, einmal „geplante“ Handlungsabläufe flexibel zu gestalten. Stößt es auf Widerstände – sei es auf ein „Nein“ der Mutter oder auf Hindernisse, die in der Tücke des Objekts beziehungsweise in der eigenen Unfähigkeit liegen - gerät es gewissermaßen in Panik. Der Wutanfall des zweijährigen Kindes, das sich hilflos wütend brüllend auf den Boden wirft, ist dann oft Ausdruck seiner Unfähigkeit, einen einmal eingeschlagenen Handlungsweg zu unterbrechen. Zunehmend tritt dann noch ohnmächtige Wut hinzu als Ausdruck des erlebten Widerspruchs zwischen dem, was es ist, kann und will und dem, was es sein, haben, tun kann und darf.
 
Wutanfälle dieser Art treten besonders häufig dann auf, wenn das Kind müde und überfordert ist. Es handelt sich hier also oft nicht um einen Kampf zwischen Mutter/Vater und Kind, sondern auch um einen Kampf im Kind, das noch nicht gelernt hat, mit widerstreitenden Bedürfnissen und Anforderungen und vor allem mit Enttäuschung, persönlichen Niederlagen und Misserfolgen fertig zu werden. Es fehlt ihm auch die Sprache, genau das auszudrücken, was es möchte und was in ihm tatsächlich vorgeht. Es bleibt ihm dann häufig nicht anderes übrig, als schreiend wild um sich zu schlagen, um mit diesem inneren und äußeren Spannungen und Konflikten umzugehen. Für Eltern ist diese Phase ziemlich anstrengend, und viele erleben in dieser Zeit zum ersten Mal, wie viel Wut auch von ihrer Seite in der Beziehung zu ihrem Kind steckt. Ihr Impuls, in einer solchen Situation ebenfalls handgreiflich zu werden, ist verständlich. Eltern müssen jedoch im Gegensatz zu ihrem Kind schon gelernt haben, mit solchen Impulsen umzugehen. Nur so können sie ihrem Kind helfen, dies auch zu lernen.

 

Einige Tipps, wie diese schwierige Zeit für alle Beteiligten leichter zu durchlaufen ist:

  • Denken sie immer daran: Diese Phase ist wichtig und – sie geht vorbei! Wenn alles gut geht, wird ihr Kind nach und nach soviel Selbständigkeit, Selbstbewusstsein und sprachliches Ausdrucksvermögen erworben haben, dass es Trotz, Bock und Wutanfall nicht mehr nötig hat

  • Nehmen sie das „Nein“ und den Trotz nicht persönlich. Und vor allem: Denken Sie daran, dass es sich – von ihrer Seite – bei den Konflikten dieses Alters nicht um einen Kampf handelt, bei dem es um Gewinner und Verlierer geht.

  • Aber: Bleiben Sie Herr/Frau der Situation. Ist Ihr Kind vor Wut außer sich geraten und auch in Gefahr, sich selbst zu verletzen, nehmen Sie es in die Arme. Es ist schlimm genug für Ihr Kind, die Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Wenn auch Sie die Kontrolle über ihr Kind verlieren, wen hat es dann noch, an den es sich halten kann?

  • Bleiben sie auch ruhig, wenn Ihr Kind einen Affektkrampf entwickelt. Manche Kinder halten im Wutanfall nach lautem Schreien den Atem solange an (bis zu einer Minute), bis sie blau anlaufen und sogar in krampfähnliche Zuckungen fallen. In den meisten Fällen ist ein solcher Krampfanfall harmlos. Verhalten Sie sich nicht anders als bei einem anderen Wutanfall. Ihr Kind wird keinen Schaden nehmen!

  • Entwickeln Sie Phantasie! Wenn sich ihr Kind brüllend auf den Boden wälzt, klären Sie, ob ihr Kind übermüdet, hungrig oder krank ist. Ablenkungsversuche sind jetzt meist nutzlos. Versuchen Sie jedoch, ihrem Kind aus der Sackgasse zu helfen, ohne dass es sein Gesicht verliert. Meist ist jedoch nur ein freundliches Dabeibleiben und Abwarten nötig, bis sich Ihr Kind von selbst von seinem Wutanfall erholt.

  • Besonders unangenehm für Sie als Eltern ist ein Wutanfall, der sich in der Öffentlichkeit abspielt. Versuchen Sie sich trotz wohlmeinender, kritischer oder hämischer Bemerkungen und Ratschläge genauso ruhig zu verhalten wie zu Hause. Sie bleiben natürlich bei Ihrem Kind. Aber geben Sie ihm nicht nach! Ihr Kind erfährt so, dass ein Wutanfall nicht der effektivste Weg ist, seinen Willen durchzusetzen. Es wird mit ihrer Hilfe andere Techniken lernen, die vor allem für Ihr Kind selbst weit weniger Stress bedeuten. 


    Und als Vorbeugung:
    Sollte Ihr Kind zu häufigen und extremen Wutanfällen neigen, versuchen Sie, Buch zu führen, in welchen Situationen ihr Kind außer sich gerät. Meist zeigt sich, dass eine bestimmte Tageszeit oder eine bestimmte Situation zum Wutanfall führt. Erproben Sie neue Strategien, um damit besser umzugehen:

  • Vermeiden Sie Übermüdung, Überforderung und für das Kind undurchschaubare Situationen.

  • Lassen Sie Ihrem Kind Wahlmöglichkeiten, aber überfordern Sie es dabei nicht. Die Frage: „Was möchtest Du essen?“ ist eine solche Überforderung, während die Wahlmöglichkeit zwischen Banane oder Butterbrot ihrem Kind eine altersgemäße Form der Entscheidungsfreiheit bietet.

  • Bieten Sie ihrem Kind Struktur und Regelmäßigkeit. Ein eingespielter Tagesablauf zum Beispiel hilft ihrem Kind, sich zu orientieren und erspart ihm und Ihnen, immer neu um Essenszeiten, Schlafenszeiten, Spielplatzzeiten zu „kämpfen“.

  • Vermeiden sie unnötige Diskussionen. Sowohl der Streit um die Hose, die es anzuziehen gilt, gehört dazu (warum sollte ihr Kind nicht entscheiden dürfen?), als auch die Diskussion, ob ihr Kind bei Rot über die Straße geht oder ob es sich heute vielleicht nicht in seinen Kindersitz setzen lässt. Es gibt nun einmal Situationen, die keine Diskussion zulassen. Tun sie dann auch nicht so, als ob Wahlmöglichkeiten bestünden.

  • Geben Sie ihrem Kind Zeit, mit neuen Situationen und Anforderungen fertig zu werden.

  • Lassen Sie Ihr Kind soviel wie möglich „selbst, allein“ machen, obwohl sie dabei viel
    Geduld und vor allem viel Diplomatie und Takt brauchen, wenn es – wie eben noch meistens – dann doch nicht klappt. Wie so oft ist hier auch das Motto elterlicher Erziehungsarbeit: Hilfe zur Selbsthilfe.

  • Denken Sie daran: Ihr Kind kann einfach noch nicht abwarten und Kompromisse schließen. Wenn es etwas tun oder haben will, will es dies sofort – hier und jetzt! Es hat noch nicht gelernt, mit seinen eigenen Impulsen vernünftig, das heißt sowohl sozial verträglich als auch ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, umzugehen.

Sie als Eltern haben jetzt also eine große Aufgabe zu meistern: Zum einen soll Ihr Kind aus dieser Phase mit einem Gefühl des eigenen Wertes und der Eigenständigkeit hervorgehen, zum anderen soll es auch Grenzen und Misserfolge aushalten und akzeptieren können. Nur so wird es nach und nach genügend „Frustrationstoleranz“ (Fachleute nennen so die Fähigkeit, auch über längere Zeit die psychische Spannung zu ertragen, die entsteht, wenn Wünsche nicht sofort befriedigt werden) entwickeln können, um mit sich und der Welt zurechtzukommen.

 

Quelle: "Handbuch Kinder", Stiftung Warentest, Rose Riecke-Niklewski und Günter Niklewski

Die Basis für ein positives Sozialverhalten wird früher gelegt, als oft angenommen. Vom ersten Lebenstag an lernt das Kind, stabile Beziehungen aufzubauen. Wir als Eltern haben die Aufgabe, dies zu ermöglichen und zu unterstützen. Die soziale Kompetenz zwischen dem 1. und 3. Geburtstag füllt diesen Punkt.