Bevor das Kind spricht, ist die Sprachentwicklung bereits in vollem Gange. Die Kleinkinder können schon einfachen Aufforderungen wie z.B. „Hol' den Ball“ nachkommen. Dies zeigt, dass sie deutlich mehr verstehen, als sie bereits sprechen.

Um den ersten Geburtstag herum werden oft die ersten Wörter wie z.B. Mama, Papa, wau-wau etc. gebildet. Die Sprache beschränkt sich auf Einwortsätze und kann die Bedeutung eines ganzen Satzes haben. Das kindlich, ausgesprochene „Auto“ kann bedeuten, dass an der Straße ein Auto steht, das Kind gerne Auto fahren möchte oder noch vieles mehr. Einjährige Kinder sollte einfache Lautstrukturen wie m, n, p, b, t, d, beherrschen.

Im Laufe des zweiten Lebensjahres steigt der Wortschatz deutlich an. Nun kann das Kind bereits Zweiwortsätze bilden. Es beherrscht mindestens 50 Wörter und sollte die Laute w, h, s können. In diesem Alter zeigen die Kinder auch reges Interesse an Ihrem Umfeld. Sie fragen nach Bezeichnungen für Gegenstände und nehmen diese Wörter in ihren Sprachschatz auf.

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Im dritten Lebensjahr findet eine regelrechte Wortschatzexplosion statt. Die Kinder lernen täglich ca. 5-10 neue Wörter. Sie bilden nun Mehrwortsätze, zumeist 3-4 Wortsätze. Die richtige Satzstellung beherrschen sie jedoch noch nicht sicher. Die Lautstruktur hat sich um f, l, j, ch, k, g, r, erweitert.

Mit vier Jahren wird der Wortschatz differenzierter. Nun können die Kinder grammatikalische Formen anwenden. Die Lautstruktur sollte um ch, z, sch erweitert sein. Die Kinder beherrschen zunehmend richtige Satzstellungen und sind auch in der Lage, Nebensätze zu entwickeln (weil, wenn).

Abschließend ist zu erwähnen, dass die Entwicklung der Sprache bei Kindern eng verbunden mit der geistigen Gesamtentwicklung des einzelnen Kindes ist. Wie bei allen anderen Reifungsprozessen (Laufen lernen, Sauber werden etc.) hat jedes Kind sein individuelles Entwicklungstempo.