Alle Eltern stellen sich die Frage, wie sie ihre Kinder befähigen sollen, kompetent mit Büchern, CD´s/MC´s, DVD/Video und den weiteren Medien umzugehen.


Deshalb hier ein paar Ratschläge für alle:  

  • Qualitativ hochwertige Medien können den Kindern helfen Sachverhalte besser zu verstehen. Dazu müssen jedoch Text, Bild und Ton sinnvoll zusammenpassen.

  • Lernmedien begeistern Kinder nur, wenn sie das Thema auch interessiert.
  • Eltern sollten zwar ihre Meinung zu den Lieblingsmedien ihrer Kinder sagen dürfen, jedoch nicht abwertend oder an der Realität messen. Kinder brauchen die Auseinandersetzung und auch die Wünsche und Phantasien, die sie in diese Figuren (z.B. Pumuckl) projezieren.

  • Im besten Fall schaut Ihr Euch als Eltern das neue Medium (Buch, DVD etc.) vorab alleine an und prüft, ob Bild und Text im Einklang miteinander stehen, ob Euer Kind aufgrund seiner individuellen Entwicklung bereit dafür ist und bereitet Euch auf mögliche Fragen vor.

  • Wichtig ist es, das Kind immer wieder medienorientiert zu beobachten, um seinen „Ist-Stand“ festzustellen und dementsprechend dort anzusetzen, wo das Kind steht. So kann man eine Unter- bzw. Überforderung der Kinder vermeiden.

  • Nicht alle Medien müssen Kinder selbst besitzen. Ganz hervorragend eignet sich die Bücherei, um verschiedene Medien kennen zu lernen. Was dann nach einer Dauer von 4-8 Wochen immer noch sehr gut gefällt kann evtl. ein Geburtstagswunsch werden. Manchmal werden aber auch vermeintlich gute, angesagte Medien für wenig gut befunden und der Drang nach dem eigenen Besitz verblasst.

  • Kindern gelingt es mit Geschichten Ängste zu verarbeiten. Oftmals haben die Kinder das Bedürfnis, diese Geschichte egal ob im Buch, MC/CD oder auch Film, immer wieder zu hören oder sehen. Diese Wiederholung findet so oft statt, bis die Kinder mit ihren Gefühlen besser umgehen können. Eltern sollten den Wunsch ihres Kindes nach Wiederholung deshalb unbedingt respektieren.

  • Viele Eltern haben bedenken gegenüber Märchen. Es ist zwar richtig, dass Märchen Gewalt und Schrecken beinhalten, jedoch siegt immer das Gute und das Böse wird bestraft. Deshalb eignen sich Märchen sehr gut um Gut und Böse zu unterscheiden, mit Ängsten umgehen zu lernen und Wünsche in die Charaktere zu projezieren.

  • Kinder lieben phantasievolle Geschichten, in denen alles anders ist wie in der Realität. Eltern brauchen nichts zu befürchten - die Kinder kommen ohne Schwierigkeiten wieder zurück in den Alltag.

  • Das Lesen bzw. Vorlesen sollte schon im Babyalter beginnen – hier mit dem Benennen von Dingen. Ab zwei Jahren können schon kurze Geschichten und Sachbücher gemeinsam erlebt werden.

  • Vorlesen bedeutet für die Kinder nicht nur das kognitive Wissen erweitern, sondern auch Kuscheln, Nähe und Zuwendung zu erhalten.

  • Auch Kinder, die bereits lesen können, genießen es hin und wieder vorgelesen zu bekommen. So können sie auch Betonung und das Stimmen verstellen für unterschiedliche Personen „abhören“. Außerdem wird die emotionale Ebene beim Kuscheln gefördert.

  • Für die allerjüngsten Buchbetrachter sind besonders die Themen Fahrzeuge (insbesondere bei Jungen), Alltag (z.B. Einkaufen, Haushalt) und natürlich Tiere zu empfehlen.

  • Singen ist für Kinder von besonders großer Bedeutung, damit es uns Eltern leichter fällt, abwechslungsreiche und jahreszeitliche Lieder, Gedichte und Kniereiter mit unseren Kleinen zu erlernen, sind uns Liederbücher und Kassetten/CD´s eine große Stütze. Besonders empfehlenswerte Musiker für Babys ab 1 Jahr sind Detlev Jöcker und ab ca. 3 Jahren Rolf Zuckowski.

  • Um den Kindern das „zu Bett“ gehen positiv zu gestalten und ihnen die Möglichkeit zu bieten langsam zur Ruhe zu kommen, können Eltern bewusst Medien einsetzen. Hierbei eignen sich insbesondere Liederbücher, Vorlese-, Bilder- und Gebetsbücher oder auch Einschlafmusik.

  • Comics sind nicht nur negativ besetzt – häufig sind sie der Einstieg in die Literaturwelt. Kinder mögen den Mix aus Bild, Wort, Witz und Action. Wenn nicht ausschließlich Comics konsumiert werden und Alternativen wie Bücher vorhanden sind und genutzt werden, ist gegen die Comics nichts einzuwenden.

  • Zeitschriften sind für Kinder eine schöne Unterhaltung. Der leichte Lesestoff  als „Zeitfüller“ ist manchmal schwer auszuwählen, da es eine große Auswahl gibt. Besonders Gute kann man nur abonnieren wie z.B. Tierfreund, Stafette.

  • Für jüngere Kinder sind „Heile Welt“ – Filme wie z.B. Lauras Stern besonders geeignet, um zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Ferner bieten solche Filme emotionale Sicherheit. Trotzdem sollten Eltern ihre Kinder auch bei solchen Filmen begleiten und für Fragen dabeisitzen.

  • Zeichentrickfilme sind grundsätzlich für Kinder geeignet. Jedoch sind Filme, in denen Gewalt im Vordergrund steht sehr bedenklich.

  • Für Vorschulkinder bieten Serien wie Löwenzahn, Sesamstraße und die Sendung mit der Maus einen guten Einstieg, da diese Serien eine Mischung aus Sachgeschichten, Zeichentrickfilmen und Alltagsgeschichten zeigen. Außerdem erscheinen die immer gleichen Figuren (z.B. Maus und Elefant) und dienen so als Wiedererkennungswert.

  • DVD´s bzw. Videos sind dem Fernsehprogramm vorzuziehen, da sie problemlos unterbrochen werden können für z.B. Toilettengang oder auch Fragen. Sie lassen sich in Portionen einteilen und die Kinder haben die Möglichkeit, die Filme wiederholt anzuschauen, bis sie wirklich alles verstanden haben. Weiterer Vorteil ist die wenige Werbung im Gegensatz zum TV. Auch der "Flimmerzeitpunkt" lässt sich so am idealsten in den Familienalltag integrieren.

  • Kinder sollten nicht kurz vor dem Schlafen gehen noch fernsehen, da sie die Inhalte nicht mehr verarbeiten können und es dann zu unruhigem Schlaf kommen kann – hierbei spielt es keine Rolle, ob sie „Heile Welt Filme“ oder Abenteuerfilme schauen. Eine Stunde vor dem zu Bett gehen sollte der Fernseher nicht mehr angeschaltet werden. Das gilt auch für die Eltern…

  • Da bei jüngeren Kids die Konzentration noch nicht für einen ganzen Film ausreicht, sollten Filme wie z.B. Disney-Klassiker „portionsweise“ angeschaut werden. Beispielsweise zu je ca. 20 Minuten auf 5 Tage verteilt.

  • Kinder können erst mit ca. 9 Jahren Fernsehsendungen von Werbung unterscheiden und erst in diesem Alter wissen sie um die Hintergründe der Werbung. Eltern sollten mit ihren Kindern über Werbung reden, jedoch nicht zu abwertend, denn Kinder sollen eigenständig kritisch damit umgehen lernen.

  • Der Fernseher sollte nicht als Babysitter missbraucht werden, wenn Eltern in Ruhe einer Tätigkeit nachgehen wollen.

  • Vor einem eigenen Fernseher im Raum der Kinder ist abzuraten, da die Eltern meist keine Kontrolle über das Gesehene ihres Kindes haben. Auch das Zeitlimit ist nicht sicher einzuhalten. Ab der Pubertät ist dieses Thema erstmals diskutierbar.

  • Kinder sollten den Fernseher und auch den Computer zeitlich begrenzt nutzen. Für 2-3 Jahre alte Kinder sind das 10-15 Minuten, für Kinder mit 4-5 Jahren können es schon 30 Minuten sein, und bei 6-8 Jahre alten Kids sollte die maximale Bildschirmzeit bei 45 Minuten liegen. Für ältere Grundschüler liegt die Bildschirmzeit bei ca. 60-90 Min. Bei Jugendlichen sollte es ebenfalls ein Limit geben, das jedoch gemeinsam ausgehandelt wird. Eine Idee hierbei wäre eine gewisse Anzahl von Münzen in der Woche, die z.B. 10 Min wert haben. Nach jeder Nutzung wird abgerechnet. So können sich die Kids ihr TV- und PC-Pensum eigenständig aufteilen.

  • Kinder sollten ihre ersten Erfahrungen mit dem Computer spielerisch machen dürfen. Dazu dienen zum einen das einfache Schreibprogramm von Word aber natürlich auch CD-ROMs zu bekannten Bilderbüchern wie z.B. Biene Maja, Findus.

  • Das Einstiegsalter für den Computer sollte nicht vor dem 3. Geburtstag liegen. Mit 5 Jahren ist das Kind jedoch schon wesentlich reifer und dieses Einstiegsalter ist völlig ausreichend.

  • Kinder benötigen keinen eigenen PC im Kinderzimmer, wenn sie Zugang zum Familienrechner haben, reicht dies völlig aus.