Dass alles, was eine Schwangere verzehrt, gleichzeitig auf dem Speiseplan des ungeborenen Kindes steht, ist den meisten werdenden Müttern bewusst. Und das ist auch gut so, denn gesunde Ernährung und ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mikronährstoffen während der Schwangerschaft sind sowohl für die Gesundheit der Schwangeren als auch für eine gesunde Entwicklung des Ungeborenen von besonderer Bedeutung.

 

 
Zu bedenken ist hierbei, dass nur wenige Menschen es schaffen, die empfohlene Menge von fünf Portionen an Obst und Gemüse pro Tag zu sich zu nehmen. Des Weiteren ist generell eine ausreichende Deckung des täglichen Bedarfs bei einigen Mikronährstoffen – auch bei einer ausgewogenen Ernährung – nur schwer möglich. Da bei Schwangeren der Bedarf an den für die Entwicklung des Kindes kritischen Mikronährstoffen wie Jod, Eisen und Folsäure bedeutend ansteigt, wird dieses Thema für werdende Mütter besonders wichtig.


Mikronähstoffe beeinflussen Fertilität und beugen Fehlbildungen vor
Was jedoch nur wenige wissen, ist die Tatsache, dass es bereits im Vorfeld einer Schwangerschaft empfehlenswert ist, sich um eine ausreichende Mikronährstoffversorgung zu kümmern – und dass dies nicht nur auf Frauen zutrifft, sondern genauso auf Männer.

Dies ist aus zwei Gründen wichtig: Einerseits handelt es sich hier um einen Faktor, der bei beiden Geschlechtern die Fruchtbarkeit beeinflussen kann. Auf der anderen Seite gehört der Mangel an vor allem Folsäure, aber auch an anderen Vitaminen und Mineralstoffen zu den möglichen Ursachen für auftretende Fehlbildungen des Kindes, insbesondere für Neuralrohrdefekte wie beispielsweise den offenen Rücken (Spina bifida).

Aus diesem Grunde wird zur Vorbeugung von Fehlbildungen vor allem Frauen, aber auch Männern, bereits vor dem Eintreten einer Schwangerschaft empfohlen, 0,8 mg  Folsäure, 15 mg Eisen und 0,2 mg Jod täglich einzunehmen.


Bin ich unterversorgt?
So ist nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch bei Kinderwunsch Ernährung ein wichtiges Thema, dessen Bedeutung jedoch hier nicht selten unterschätzt wird. Gerade in der Hektik der heutigen Welt fehlt es auch oft an der Zeit, sich mit diesen Lebensbereichen konsequent bewusst auseinanderzusetzen, geschweige denn einzuschätzen, wie es um die eigene Versorgung mit Mikronährstoffen bestellt ist. So ergab beispielsweise eine Studie zur Eisenversorgung aus dem Jahr 2011 beispielsweise, dass 65% der Schwangeren weniger als die Hälfte der empfohlenen Mengen Eisen über die Nahrung zu sich nehmen und dass bei den üblicherweise angewendeten Untersuchungsmethoden diese Unterversorgung potentiell unentdeckt bleibt. Dabei ist die Bedeutung von Eisen in Hinsicht auf sowohl die Fruchtbarkeit als auch die gesunde Kindesentwicklung erwiesen – und dennoch weitgehend unbekannt; dies aufgrund der Tatsache, dass meist die Rolle anderer Mikronährstoffe vordergründig thematisiert wird.

Bevor hier jedoch auf aufwendige Blutdiagnostik zurückgegriffen wird, empfiehlt es sich – vorausgesetzt natürlich, es sind (noch) keine medizinischen Probleme bekannt – eine Ernährungsanalyse zu machen, welche auch eine Auswertung der Mikronähstoffversorgung beinhaltet. Sollte diese Auswertung Hinweise auf Unterversorgungen liefern, so kann diese bei der ärztlichen Beratung hinzugezogen werden und zum Anlass für das Durchführen einer aufwendigeren Blutuntersuchung werden.

 


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