Fieberkrämpfe bei Kindern – Wie reagiert man richtig?

Fieberkrämpfe bei Kindern: Was tun?

Fieberkramp Kind
Fieberkrämpfe bei Kindern: Was tun bei einem Fieberkrampf? / Foto: Rido Shutterstock.com

Tritt bei einem Kind ein Fieberkrampf auf, macht das vielen Eltern große Angst. Auch wenn diese Reaktion verständlich ist, brauchen Eltern grundsätzlich keine Angst zu haben. Denn in den meisten Fällen wirkt ein kindlicher Fieberkrampf zwar beängstigend, ist aber harmlos.

Was genau ist aber ein Fieberkrampf? Ein Fieberkrampf bei Kindern ist eine besondere Reaktion des Nervensystems. Diese tritt vermehrt auf, wenn Fieber sehr schnell ansteigt oder fällt. Prinzipiell sind Fieberkrämpfe jedoch eher selten; sie treten bei 3-4% aller Kinder zwischen 6 Monaten bis 5 Jahren auf.

Welche Symptome treten bei einem Fieberkrampf auf?

Einige bestimmte Symptome zeigen einen Fieberkrampf bei Babys und Kindern an. Diese Anzeichen stehen für einen Fieberkrampf:

  • Das Kind verdreht die Augen.
  • Die Gliedmaßen werden erst steif, dann zucken sie möglicherweise. Auch das völlige Erschlaffen der Gliedmaßen ist möglich.
  • Der Bereich um die Lippen verfärbt sich blau. Teilweise kann sich die Blaufärbung auch auf das ganze Gesicht oder mehr ausweiten.
  • Das Kind verliert für kurze Zeit das Bewusstsein.

Der Fieberkrampf ist meist nach etwa 3-4 Minuten vorbei. Hiernach erholt sich das Kind rasch, ist jedoch vermutlich sehr müde und erinnert sich an nichts. Diese Art des Fieberkrampfes ist aus medizinischer Sicht harmlos.

Anders ist es bei einem sogenannten „komplizierten Fieberkrampf“: dieser hält länger als 15 Minuten an und könnte sich innerhalb der nächsten 24 Stunden wiederholen. Hier sollte vorsichtshalber umgehend ein Notarzt verständigt werden. Denn hinter einem „komplizierten Fieberkrampf“ kann sich in etwa 4% der Fälle das erste Anzeichen für Epilepsie verstecken.

Was tun bei einem Fieberkrampf beim Kind?

Auch wenn ein Fieberkrampf beim eigenen Kind sehr bedrohlich wirkt, ist es wichtig, das Eltern in diesem Moment die Ruhe bewahren. Darüber hinaus sollte man sich an folgende Punkte halten:

  • Eltern sollten beim Kind bleiben und bei Bedarf versuchen es zu beruhigen.
  • Das Kind sollte aufrecht gelagert werden.
  • Eventuell kann die Kleidung des Kindes gelockert werden, damit es gut Luft bekommt.
  • Man sollte aufpassen, dass das Kind sich während des Krampfes nicht verletzt. Das Kind sollte daher nicht zu doll festgehalten werden und die Umgebung möglichst gepolstert werden, beispielsweise mit Kissen oder Decken.
  • Das Kind sollte auf keinen Fall geschüttelt werden: hier besteht Verletzungsgefahr!
  • Dem Kind sollte nichts zu Essen oder zu Trinken gegeben werden: dies stellt eine Erstickungsgefahr dar.
  • Falls das Kind erbricht, sollte es auf die Seite gedreht werden, damit kein Erbrochenes in die Lunge gelangt.
  • Eltern sollten versuchen, die Länge des Anfalls zu notieren.

Gerade wenn es sich bei dem Kind um den ersten Fieberkrampf handelt, sollte vorsichtshalber ein Notarzt verständigt werden, damit die Situation abklären zu lassen.

Da es sich bei einem Fieberkrampf um eine Reaktion des Nervensystems handelt, kann ein Auftreten nur schwerlich vorgebeugt werden. Eltern können lediglich darauf achten, dass das Fieber ihres Kindes weder zu schnell steigt oder zu schnell sinkt.

Tritt ein solcher Krampf mit ähnlichen Symptomen auf, ohne dass das Kind an Fieber leidet, sollte dieser ebenfalls dringend abgeklärt werden.