Wenn die Nacht zum Tag wird: Schlafmangel in der Babyzeit

Wie Eltern am besten mit Schlafmangel umgehen können

Schlaflose Mutter wacht am Babybett
Häufig leiden Eltern von Babys an Schlafmangel / Foto: kryzhov Shutterstock.com

Schlafmangel wirkt sich extrem auf den menschlichen Körper aus und führt schnell an die Grenzen der Belastbarkeit. Nicht umsonst wurde künstlich induzierter Schlafmangel in der Vergangenheit als Foltermethode eingesetzt. Frisch gebackene Eltern leiden notgedrungener Weise oft unter Schlafentzug, da das Neugeborene in den ersten Monaten auch nachts die volle Aufmerksamkeit beansprucht, bevor es das erste Mal in seinem Babybett durchschlafen wird. Schlafsituationen mit dem Baby – das ist nicht immer einfach. Wir verraten dir Tipps, wie du die raren Gelegenheiten und Ruhephasen voll ausschöpfen kannst, um neue Energie zu gewinnen.

Schlafen will gelernt sein: Was du über den Babyschlaf wissen solltest

Auch wenn sie sonst noch so entzückend sind, wenn es ums Einschlafen geht, sehen sich Eltern oft einem Endgegner gegenüber: Babys schlafen in den ersten drei Monaten nämlich nur ca. 3 bis 4 Stunden in der Nacht. Manche Kinder sind zwar kleine „Siebenschläfer“ und schlafen schon eher durch, aber oft sind die Kleinen nur schwer zum Einschlafen zu bewegen. Damit die Schlafphasen nicht zum täglichen Kampf werden, solltest du auf die ersten Anzeichen von Müdigkeit achten und rasch handeln! Das Kind ins Babybett zu legen, wenn es nicht wirklich vom Schlaf übermannt wird, ist leider nicht förderlich. Wenn du von der Angst geplagt bist, mit dem Kind stimme etwas nicht, es schlafe beispielsweise zu wenig oder hätte Schmerzen, wenn es schreit, dann informiere dich ausgiebig über das Thema Babyschlaf.

Alles eine Frage des Rhythmus: Sleep, Eat – Repeat

In der ersten Phase des jungen Lebens muss sich dein Schützling erst noch in der Welt zurechtfinden und „einleben“. Dazu gehört es, den richtigen Rhythmus zwischen Hungrigsein und Sattsein, Schlafphase und Wachphase zu entwickeln. Besonders in den ersten Monaten sind ein enger Körperkontakt und das Gefühl von Geborgenheit essentiell wichtig für das Kind. Deshalb ist es ratsam, das Babybett neben das Bett der Eltern zu stellen. Dadurch wird dem Baby ein Gefühl von Sicherheit gegeben. Neugeborene brauchen die Erfahrung, dass ihre Bedürfnisse nach Nahrung, Schlaf und Zuwendung gestillt werden. Steht das Babybett des nächtens bei dir, kannst du zeitnah reagieren, Nähe und Verlässlichkeit zeigen und dass du jederzeit für die Bedürfnisse des Kindes da bist. Auch wenn du in der Elternzeit auf Reisen bist, solltest du dir ein Reisebett für das Baby zulegen und es neben deiner Schlafstätte aufbauen. So wird das Schlafengehen zu einer erinnernswerten, schönen und intensiven Zeit – sowohl für die Eltern als auch für das Kind.

Tipps für schlaflose Eltern

Auch wenn es schwerfällt: Versuche regelmäßig auch einmal eine Nacht durchzuschlafen. Wechsele dich mit der Wache am Babybett mit deinem Partner ab, damit immer ein Elternteil neue Energie tanken kann. Nach dem Abstillen sollten mindestens zwei durchgeschlafene Nächte pro Woche für beide Elternteile drin sein. Hierfür sind konkrete Absprachen nötig, damit sich der neue Schlafrhythmus mit dem (Arbeits-)Alltag beider Partner vereinbaren lässt. Wenn du alleinerziehend bist, dann musst du auf andere Optionen zurückgreifen und tagsüber jede Hilfe annehmen, die sich dir bietet, um ein wenig der aufgebrauchten Energie-Ressourcen bei einem Nickerchen wieder einzuholen. Besonders noch stillende Mütter sollten versuchen, tagsüber den nachts versäumten Schlaf nachzuholen. Schlafe zusammen mit deinem Kind ein oder nutze die Schlafphase des Babys, um in einer Ruhepause bei einem guten Buch im warmen Bad oder einer kleinen Yoga-Session zu entspannen. Versuche diese Zeit bewusst zu nutzen, um neue Kraft zu sammeln.