So verändert sich der Körper vor und nach der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft zeigt der Körper viele Veränderungen!

Schwangerschaft Körperveränderung
In der Schwangerschaft verändert sich der Körper / Foto: Syda Productions Shutterstock.com

Die Schwangerschaft ist eine Phase im Leben, die den Körper massiv verändert. Er vollbringt eine Höchstleistung und formt einen neuen Menschen. Alles, was dafür nötig ist, nimmt der Körper der Frau aus sich selbst. Bereits vom ersten Tag an sorgen die Schwangerschaftshormone dafür, dass der Körper alles unternimmt, damit das Kind in seinem Inneren ideale Bedingungen vorfindet und sich optimal entwickeln kann. Jede werdende Mama kann sich das Leben erleichtern, wenn sie etwas über diese Vorgänge lernt und den Körper unterstützen kann.

Die Schwangerschaft

Herz und Kreislauf müssen sich anpassen

Ständig müde und erschöpft? Das erleben viele Schwangere im ersten Trimester. Rund eineinhalb Liter zusätzliches Blut zirkulieren durch den Körper und versorgen besonders die Gebärmutter besser als je zuvor. Ewa in der Mitte des zweiten Trimesters haben viele werdende Mamas mit Wassereinlagerungen zu kämpfen. Hier helfen eine gesunde Ernährung und moderate Bewegung, die Schwellungen in Füßen, Beinen, Händen und dem Gesicht unter Kontrolle zu bekommen. Auch die Gynäkologin ist für dieses Thema die passende Ansprechpartnerin. Entwässernd wirkt zum Beispiel Brennnesseltee, doch er sollte nicht in der Schwangerschaft angewendet werden. Generell ist bei Hausmittelchen und gerade bei Kräutern, die man früher gern angewendet hat, Vorsicht geboten. Manche können sich schädlich auswirken und im schlimmsten Fall sogar eine Frühgeburt oder Fehlgeburt auslösen.

Das Immunsystem hat eine wichtige Aufgabe

 Im Grunde genommen ist der wachsende Körper des Kindes für das Immunsystem der Mutter ein Eindringling, doch die Produktion bestimmter Antikörper sorgt dafür, dass es nicht zu einer Abwehrreaktion des Körpers kommt. Im Gegenteil muss das Kind in seiner Entwicklung unterstützt werden, was in der Regel auch gelingt. Viele Schwangere, die unter Krankheiten wie Neurodermitis oder Rheuma leiden, die mit dem Immunsystem zusammenhängen, bemerken eine Verbesserung ihrer Symptome während der Schwangerschaft.

Der Bauch wächst – und auch in seinem Inneren verändert sich alles

Schwangerschaft Babybauch Wachstum
In 17. -24. Schwangerschaftswoche wächst der Bauch deutlich sichtbar / Foto: Herney Pixabay.com

 Die kleine Wölbung des Bauches, die eine Schwangerschaft auch von außen sichtbar macht, ist bei Erstgebärenden meist erst ab dem 3. oder 4. Monat zu sehen. Innen jedoch beginnen die Veränderungen schon viel früher. Die Gebärmutter wächst, sodass der Fötus sicher im Fruchtwasser schwimmen kann und vor äußeren Einflüssen geschützt ist. Kurz vor der Geburt ist sie so groß, dass sie sogar die Lunge etwas zusammendrückt, was viele Frauen in anderen Umständen kurzatmig macht. Auch der Magen wird verdrängt, was zu Sodbrennen führen kann, der Druck auf den Darm führt häufig zu Verstopfung und der dauernde Handrang einer Schwangeren ist jedem bekannt.

Es gibt auch weitaus unangenehmere Begleiterscheinungen, etwa das Entstehen von Krampfadern. Der Druck auf die Beckenvene begünstigt deren Bildung, der man am besten durch Bewegung, dem Hochlagern der Beine und, wenn es gar nicht anders geht, dem Tragen von Stützstrümpfen entgegen wirkt.

Die Brüste bereiten sich auf das Stillen vor

 Schon in der Frühphase der Schwangerschaft beginnen die Brüste, sich zu verändern. Auslöser ist das Hormon Prolaktin, das sie wachsen lässt. Zudem bilden sich jetzt bereits das Kolostrum, die Vorstufe der Muttermilch. Dadurch beginnen die Brüste, sich zu vergrößern und können schon im ersten Trimester ein bis zwei Körbchengrößen zulegen. Es ist wichtig, regelmäßig die BH-Größe zu berechnen, um stets einen passenden Büstenhalter tragen zu können. Das hilft, das Gewebe zu unterstützen, das in den folgenden Monaten großen Umwandlungen ausgesetzt ist.

Eine weitere Veränderung ist die Verfärbung und Vergrößerung der Brustwarzen, die bei nahezu jeder Frau vorkommen. Nach der Geburt und Stillzeit bilden sich diese Änderungen mindestens teilweise wieder zurück.

Das Bindegewebe kann seine Stärken ausspielen

 Das Bindegewebe der Frau ist daraus ausgelegt, sich während der Schwangerschaft zu dehnen und dem wachsenden Gewebe den nötigen Raum zu geben. Der Beckenboden lockert sich und bereitet sich auf die Aufgabe vor, das Kind bei einer vaginalen Geburt hindurch zu lassen.

Diese Weichheit und Anpassungsfähigkeit des weiblichen Körpers hat eine unangenehme Nebenwirkung, nämlich dass viel Frauen Probleme mit einem schwachen Bindegewebe haben. Das äußert sich zum Beispiel in Dehnungsstreifen, Krampfadern und Problemen mit dem Beckenboden nach der Geburt oder in den Wechseljahren. Eine gesunde Ernährung und stets etwas moderate Bewegung helfen, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Der Körper nach der Geburt

Auch wenn das Kind geboren ist, der Bauch bleibt zunächst einmal rund, etwa wie im sechsten Monat der Schwangerschaft. Auch die Gebärmutter bleibt vergrößert. Es dauert einige Wochen, bis diese Teile des Körpers ihren normalen Umfang wieder erreicht haben. Die Brüste wachsen jedoch erneut um ein bis zwei Größen, denn die Milch schießt ein. Viele Frauen entscheiden sich dafür, zu stillen, was einerseits für die Bindung zwischen Mutter und Kind gut ist und andererseits auch beim Abnehmen hilft. Doch natürlich ist auch die Ernährung mit der Flasche ebenso gut für das Kind. Nicht jede Mama kann oder will stillen.

Der Beckenboden braucht auch jeden Fall Unterstützung und ein angemessenes Training, damit er wieder seine volle Leistung erfüllen kann. Ansonsten kann es passieren, dass er später beim Husten, Niesen oder schweren Heben Probleme macht und bei diesen Gelegenheiten etwas Urin abgeht.

Der Hormonhaushalt braucht einige Wochen, um sich wieder einzupegeln – jetzt hat das Kuschelhormon Oxytocin die Herrschaft über den Körper. Das Auf und Ab im Körper kann dafür sorgen, dass manche Frauen unter dem berühmten Baby Blues leiden. Auch das gibt sich mit der Zeit.