Sehschwächen bei Kleinkindern erkennen und rechtzeitig behandeln

Sehschwäche beim Kleinkind: Auf diese Symptome und Anzeichen solltest du achten!

Sehschwäche Kleinkind Symptome und Anzeichen
Eien einseitige Sehschwäche ist bei einem Kleinkind oft nur schwer zu erkennen, doch es gibt verschiedene Symptome und Anzeichen / Foto: Andrey_Kuzmin Shutterstock.com

Sehschwächen bei Kindern werden manchmal erst vor der Einschulung festgestellt, wenn ein Sehtest gemacht wird. Doch für einige Sehprobleme kann es dann schon zu spät sein. Je früher die Sehschwäche erkannt wird, desto besser gelingt eine Korrektur.

Diese Sehfehler kommen bei Kleinkindern besonders häufig vor

Bei etwa 5 % aller Kinder liegen angeborene Sehschwächen, sogenannte Amblyopien, vor. Am häufigsten kommen Sehprobleme an einem Auge vor, die dann zum Schielen führen. Einseitige Sehschwächen werden oft zu spät erkannt. Denn wenn das Kind auf einem Auge normal sieht, zeigen sich häufig zunächst keine Verhaltensauffälligkeiten.

Warum Sehschwächen früh behandelt werden sollten

Kindliche Sehschwächen sollten unbedingt bereits im Kleinkindalter behandelt werden. Denn unser Sehvermögen entsteht größtenteils im Gehirn. Das Zeitfenster, in dem das Gehirn für das Sehvermögen geprägt wird, schließt sich etwa nach 6-7 Jahren. Wird die Therapie rechtzeitig begonnen, ist es meistens möglich, Sehprobleme vollständig zu beheben. Wird mit einer Behandlung zu lange gewartet, kann ein vollwertiges, scharfes Sehen mitunter nicht mehr erlernt werden und die Sehprobleme bleiben.

So erkennest du Sehprobleme bei Babys und Kleinkindern

Sehschwäche Kleinkind erkennen
So kannst du eine Sehschwäche bei einem Kleinkind erkennen / Foto: Alinute Silzeviciute Shutterstock.com

Ob dein Kind unter Sehproblemen leidet, kannst du anhand verschiedener Anzeichen bei sorgfältiger Beobachtung erkennen. Im Zweifelsfalle sollte immer der Kinderarzt aufgesucht werden. Durch verschiedene Tests können auch bei Kleinkindern Sehfehler entdeckt werden.

Eine Untersuchung der Sehfähigkeit findet bei der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchung statt. Diese erfolgt in der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchung U7A zwischen dem 34. und 36. Lebensmonat.

Folgende Verhaltensauffälligkeiten können auf Sehprobleme hinweisen:

  • Schielen oder ständiges Schiefhalten des Kopfes
  • das Kind verdreht die Augen, ohne etwas anzusehen
  • das Kind reibt sich ständig in den Augen oder leidet unter verklebten und tränenden Augen
  • die Pupillen sind auch bei Lichteinfall ungewöhnlich groß
  • das Kind reißt die Augen unnatürlich weit auf
  • lichtscheue oder ungewöhnliche Reaktionen auf Licht
  • Augenzittern
  • Vorbeigreifen an Gegenständen
  • getrübte Hornhaut
  • weißliche oder gelbliche Verfärbung der Pupillen

Brillen für Kleinkinder – darauf solltest du achten

Mit der Behandlung von Sehstörungen durch eine Brille wird meist im Alter von 2-3 Jahren begonnen. Bei Kleinkindern sollten bei der Erstverordnung bestimmte Aspekte beachtet werden. Das Wichtigste ist, dass das Kind die Brille akzeptiert. Ein erfahrener Optiker vor Ort kann viel dazu beitragen, dass dein Kind seine Brille annimmt. Dazu gehört nicht nur die nötige Motivation, sondern auch die Auswahl eines Brillengestells, das für das Kind angenehm zu tragen ist. Wenn die ersten Erlebnisse mit der Brille beim Optiker positiv ausfallen, fällt die Akzeptanz im Alltag erfahrungsgemäß besser aus. Bei kleinen Kindern kann es anfangs Probleme geben, das Kind möchte die Brille vielleicht nicht tragen. Durch eine positive Verstärkung und ein paar simplen Tricks, lassen sich Kinder aber gut motivieren.

Behandlungsmöglichkeiten und Therapien bei Sehstörungen im Kleinkindalter

Sehschwäche Kind behandeln
Mit mehreren Methoden lässt sich eine Sehschwäche beim Kind behandeln / Foto: George Rudy Shutterstock.com

Je nach vorliegender Augenerkrankung stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die häufigsten Sehstörungen im Kleinkindalter sind Schielen, Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit, häufig nur an einem Auge. Zu den wirksamsten Therapieformen gehört das Abkleben des gesunden Auges. Durch diese einfache Maßnahme wird das schwächere Auge angeregt und trainiert. Bei Kurz- und Weitsichtigkeit wird außerdem eine Brille verordnet.

Fazit: Sehstörungen und Sehprobleme bei Kleinkindern lassen sich durch die geschulte Beobachtung und auch durch die Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt erkennen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist die Früherkennung sehr wichtig. Werden Sehstörungen rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die Prognosen in der Regel sehr gut, die meisten frühkindlichen Augenerkrankungen lassen sich bis zu einem Alter von 6-7 Jahren durch eine entsprechende Therapie beheben.