Dienstag, 29 November, 2022

Private Unfallversicherungen für Kinder – notwendig oder überflüssig?

Lohnt sich eine private Unfallversicherung für Kinder?

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Kind verletzt? Die meisten Eltern würden wohl meinen, dass diese hoch sei. Die überwiegenden Verletzungen sind alltäglich und können mit einer Umarmung, etwas Heilsalbe und einem bunten Pflaster wieder gut gemacht werden. Es kann allerdings auch ganz anders ausgehen. Ein Sturz mit dem Fahrrad, ein Stolpern, unachtsames Überqueren einer Straße sind nur wenige mögliche Szenarien, die unangenehme Folgen nach sich ziehen können. Passiert ein Unfall auf dem Weg in die Schule oder Kita, so springt zwar die gesetzliche Unfallversicherung ein, die aber häufig nur unzureichende Nachsorge beinhalten.

Private Unfallversicherungen bieten in der Regel darüber hinausreichenden Schutz und ermöglichen eine bessere Nachsorge. Wie hoch ein Unfallrisiko ist, was eine private Kinderunfallversicherung kostet und ob man tatsächlich eine benötigt, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst. 

Die Unfallgefahr bei Kindern

Gerade im Kindesalter passiert es sehr schnell: Beim Spielen und wilden Herumtoben kann es schnell passieren, dass sich Kinder verletzen. Abenteuerlustig gehen sie Risiken ein, deren Auswirkungen und Folgen sie noch nicht abschätzen können. Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon ist etwas passiert. Meist handelt es sich um kleine Verletzungen, wie Schürfwunden oder blaue Flecken. Es kann aber durchaus auch zu schwereren Verletzungen kommen: Im Jahr 2021 mussten 1.888.000 Kinder nach einem Unfall von einem Arzt behandelt werden. 194.000 davon wurden sogar ins Krankenhaus gebracht und mussten dort teils stationär aufgenommen werden.

Unfälle vermeiden – darauf kommt es an!

Das natürliche Gefahrenbewusstsein eines Menschen entwickelt sich erst im Laufe des Heranwachsens. Ein gutes Beispiel dafür ist die heiße Herdplatte, mit der fast jedes Kind einmal die Bekanntschaft gemacht hat. Daher ist es sehr wichtig, dass Eltern ihrem Kind bewusst machen, dass es sich in einer potenziell gefährlichen Situation befindet. Selbstverständlich sollten Eltern immer die nötige Voraussicht haben, um bestimmte Eskalationen zu vermeiden. Dies kann in Form von Schutzausrüstung beim Radfahren oder reiten sein, aber ebenso durch die ungeteilte Aufmerksamkeit. Auch in den eigenen vier Wänden kann man einige Vorkehrungen treffen, um häufige Unfallquellen auszumerzen. Allerdings gehört es zum Leben dazu, dass Unfälle passieren. Wichtig ist dann, auf diese Situationen vorbereitet zu sein.

Abenteuer sind immer mit einer gewissen Gefahr verbunden. Auf sie zu verzichten wäre allerdings fatal.
Abenteuer sind immer mit einer gewissen Gefahr verbunden. Auf sie zu verzichten wäre allerdings fatal. / Foto: FamVeld Shutterstock.com

Private Kinderunfallversicherung – wann lohnt sie sich?

Zuallererst sollte man sich über bereits abgeschlossene Versicherungen informieren. Wenn man beispielsweise privat krankenversichert ist, enthält dieser Schutz häufig schon eine Unfallversicherung. Einige Anbieter versichern dann eigene Kinder kostenlos oder zu einem sehr günstigen Preis mit den Eltern mit. 

Die gesetzliche Unfallversicherung deckt weitestgehend nur den Weg von Schule/Kindergarten bis nach Hause und innerhalb der Betreuungsstätte ab. Unfälle, die zuhause passieren (das sind mit rund 43 % die häufigsten Ereignisse) werden gar nicht miteinbezogen. Verunfallt also ein Kind in der Freizeit, werden nur die Kosten von der jeweiligen Krankenkasse getragen, die vorgegeben sind. Benötigt das Kind allerdings Behandlungen und Therapien, die über das normale Maß hinaus gehen, müssen die Eltern selbst dafür aufkommen. Dies gilt allerdings auch in Bezug auf die gesetzliche Unfallversicherung.

Schließt man eine spezielle Unfallversicherung ab, bietet diese den vereinbarten Schutz, egal wo der Unfall stattgefunden hat. Sie trägt bei Bedarf die Kosten für REHA-Aufenthalte oder zahlt je nach Grad einer eventuellen Beeinträchtigung sogar schon eine Rente aus, auch bei Kindern. Auch bei den Therapie-Möglichkeiten ist man besser aufgestellt. Hat man sehr sportliche und aktive Kinder, die potenziell höheren Gefahren ausgesetzt sind, sollte man sich dringend über einen passenden Schutz beraten lassen.

Versicherungen gibt es wie Sand am Meer – welche ist die Richtige?

Inzwischen gibt es unendlich viele Anbieter von etlichen Versicherungen in so gut wie jeder Sparte. Doch nicht alles ist Gold was glänzt, und nicht jeder Versicherer nimmt seine Aufgabe ernst. Oft steht im Kleingedruckten, welche Leistungen zu erwarten sind und was nicht inkludiert ist. Daher sollte man sich im Vorfeld Gedanken über den eigenen Bedarf der Leistungen machen, diese dann bei den verschiedenen Anbietern vergleichen, um dann die passendste Police wählen zu können.

Ein guter Versicherer stellt alle Informationen einer Police transparent dar und klärt mit einem schnell erreichbaren Kundendienst über verschiedene Versicherungsmöglichkeiten auf. Vor- und Nachteile für den jeweils individuellen Versicherungsbedarf sollten klar ausgesprochen werden, damit die Entscheidung gut gefällt werden kann. Auch die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme sollten klar definiert und nicht zu kompliziert sein. Im Falle eines Unfalles hat man mit der Sorge und der Betreuung schon genug zu tun.

Ein guter Versicherungsschutz muss auch nicht Fall teuer sein. Mit Kosten von rund 100 EUR jährlich hat man einen soliden Versicherungsschutz und ist im Falle eines Klinikaufenthaltes oder einer bleibenden Invalidität abgesichert.

Fazit zur Unfallversicherung?

Kinder sind intuitiv immer auf der Suche nach neuen Entdeckungen, um ihren Bewegungsdrang und ihren Wissensdurst zu stillen. Das ist großartig und sollte ermöglicht und unterstützt werden. Der Abschluss einer Unfallversicherung sollte als Erweiterung für den Fahrradhelm, die Knieschoner und Schwimmflügel verstanden werden. Mit diesen Schutzmaßnahmen lebt man daher nicht automatisch riskanter, aber im schlimmsten Fall, wenn alle Sicherheitsvorkehrungen und aller Vorausblick nicht gereicht haben, ist Hilfe in Form von Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten gegeben. 

Mit verhältnismäßig geringen Jahresbeiträgen erhält man bereits einen soliden Schutz für verschiedene Szenarien.

Die Auswahl eines passenden Versicherers und dem passenden Schutz sollte mit besonderer Aufmerksamkeit getroffen werden. Nur wer im Vorfeld alle Optionen miteinander vergleicht, sich umfangreich beraten lässt, kann final die richtige Entscheidung treffen.

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