Fliegen mit Baby oder Kleinkind – So klappt der erste Flug

Tipps für das Fliegen mit Baby oder Kleinkind

Baby spielt mit Flugzeug
Mit einigen Tipps klappt auch das Fliegen mit Baby oder Kleinkind entspannt / Foto: Jenny Sturm Shutterstock.com

Wenn man an den ersten Flug mit Baby oder Kleinkind denkt, sind die Gefühle vermutlich gemischt. So schön ein Urlaub mit kleinem Kind sein kann, graut es vielen Eltern vor der Flugreise. Was ist, wenn das Baby den Flug über schreit? Ab wann darf man überhaupt mit Baby fliegen? Und wie kann ich sowohl mir als auch meinem kleinen Kind den Flug möglichst angenehm gestalten?

Die meisten dieser Sorgen sind meist unbegründet. Gerade Babys verschlafen oft die meiste Zeit im Flugzeug. Dennoch sind hier einmal alle wichtigen Infos zum ersten Flug mit Baby oder Kleinkind aufgelistet; zusammen mit ein paar nützlichen Tipps, die für einen entspannten Flug sorgen.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

Ab wann darf man mit einem Baby fliegen?

Babys dürfen, von Seiten der meisten Fluggesellschaften, bereits ab zwei Wochen nach Geburt fliegen. Dies gilt jedoch nur für gesunde Kinder und meist nicht für Frühchen.

Oft wird jedoch empfohlen, mit dem ersten Flug zu warten, bis das Baby drei bis fünf Monate alt ist; gerade wenn es sich um einen Langstreckenflug handelt. Denn erst ab diesem Alter besitzen Babys für diese weiten Reisen den nötigen Impfschutz.

Entscheidend sollte jedoch nicht nur sein, ab wann das Fliegen von Seiten der Fluggesellschaft erlaubt ist, sondern auch, dass sich die Eltern dabei wohl fühlen.

Welche Reiseunterlagen brauche ich für den Flug mit Baby oder Kleinkind?

Welche Reisedokumente für den Flug benötigt werden, ist oft abhängig vom Reiseziel. Meistens wird jedoch auch für die Kleinsten bereits ein Kinderreisepass benötigt, teilweise auch bereits ein Personalausweis. Bei der Planung des ersten Fluges sollte man hier auch die Bearbeitungsdauer für diese Dokumente beachten.

Wichtig, besonders bei Auslandsreisen, ist außerdem: Wenn nur ein Elternteil mit dem gemeinsamen Kind fliegt, wird oft eine Reisevollmacht benötigt, in der das nicht mitreisende Elternteil bestätigt, dass das Kind das Land verlassen darf.

Braucht mein Baby einen eigenen Sitzplatz?

Kleinkinder bis zum zweiten Lebensjahr benötigen keinen eigenen Sitzplatz; bei einigen Fluggesellschaften hat das Baby nicht einmal einen Anspruch darauf. Das Kind verbringt hier die Flugzeit auf dem Schoß eines Elternteils.

Ist jedoch ein eigener Sitzplatz für das Baby erwünscht und möglich, sollten sich Eltern frühst möglich darum kümmern.

Bei einigen Airlines gibt es außerdem spezielle Sitzplätze, meist in der ersten Reihe oder in der Nähe der Notausgänge, bei denen es die Möglichkeit gibt, von der Fluggesellschaft ein Babybett, Bassinet genannt, gestellt zu bekommen. In diesem können Kleinkinder die Flugzeit zwischen Abflug und Landung verbringen. Diese sind jedoch oft sehr beliebt und sollten rechtzeitig bei der Fluggesellschaft angemeldet werden.

Bassinet Babybett im Flugzeug
Ein Bassinet ist ein von der Fluggesellschaft gestelltes Babybett. Damit ist das Baby im Flugzeug sicher fixiert / Foto: Travelerpix Shutterstock.com

Vor- und Nachteile bei einem Sitzplatz für das Baby:

Hat das Baby keinen eigenen Sitzplatz, muss es die gesamte Flugzeit auf dem Schoß der Eltern verbringen und wird während Start und Landung nur mit einem sogenannten „Loop-Belt“ an dem Gurt der Eltern festgeschnallt. Dafür muss für das Kind anstatt des vollen Flugpreises nur eine geringe Pauschale gezahlt werden.

Ein Kind sitzt im Schoß der Mutter in einem Flugzeug
Hier fliegt das Kind auf dem Schoß der Mutter, angeschnallt mit einem sogenannten Loop-Belt / Igor Stepovik Shutterstock.com

Wer den höheren Preis in Kauf nehmen möchte und seinem Baby oder Kleinkind einen eignen Sitzplatz bucht hat jedoch deutlich mehr Platz, sowohl für sich selbst als auch für sein Kind. Gerade bei längeren Flügen ist es für die Eltern häufig angenehmer, ihr Kind nicht die ganze Zeit über auf dem Schoß haben zu müssen.

Hat das Baby einen eigenen Sitzplatz neben den Eltern, benötigt das Kind jedoch einen Kindersitz, meist in Form einer Babyschale. Hier sind jedoch nicht alle Modelle zugelassen; Eltern sollten hier darauf achten, ob die eigene Babyschale das TÜV-Siegel „for use in aircraft“ aufweist.

Wie viel Gepäck darf ich für mein Baby/Kleinkind mitnehmen?

Was das Gepäck angeht werden auch Babys oder Kleinkinder von den meisten Fluggesellschaften als vollwertiger Reisender angesehen, häufig auch ohne eigenen Sitzplatz.

Dies heißt, dass auf dem Baby ein eigenes Handgepäck sowie ein Koffer mit etwa zehn bis zwanzig Kilo Gewicht zusteht.

Darf der Buggy oder Kinderwagen mitfliegen?

Grundlegend ist die Antwort darauf: Ja! Buggy, Kinderwagen oder auch ein Reisebett dürfen meist kostenlos als Sperrgepäck aufgegeben werden und werden meist sorgfältig behandelt.

An vielen Flughäfen gibt es darüber hinaus einen „Buggy-Service“; hier dürfen Eltern den Kinderwagen bis ans Gate mitnehmen. Dort wird er dann vom Personal abgeholt und aufgegeben.

→ Für genaue Informationen zum eigenen Sitzplatz, zusätzlichem Gepäck und ähnlichem sollte man sich jedoch vor Abflug unbedingt noch einmal bei der jeweiligen Fluggesellschaft informieren.

Tipps und Tricks zum Fliegen mit Baby und Kleinkind

Neben den wichtigen Informationen und Richtlinien gibt es noch einige Tipps und Kniffe, die auch den ersten Flug mit Baby und Kleinkind deutlich angenehmer und stressfreier gestalten können.

Stress vermeiden durch Online-Check-In

Um sich am Abflugtag etwas Stress zu ersparen und Zeit zu erkaufen, sollte man bereits spätestens am Abend vor Abflug online einchecken. Dies geht sehr einfach und unkompliziert über die Website der Fluggesellschaft und erspart einem die Zeit am Check-In Schalter vor Ort.

Die richtige Flugzeit

Auch die Flugzeit kann einen entscheidenden Unterschied machen. Bei vielen Babys und Kleinkindern bieten sich besonders Nachtflüge an; hier verschläft das Kind mit Glück den gesamten Flug. Bei einem eher unruhigen Kind, welches in ungewohnter Umgebung schlecht zur Ruhe kommt, bietet sich jedoch eher ein Flug früh morgens an.

Generell sollten Eltern hier die den individuellen Schlafrhythmus ihres Kindes beachten. Sehr frühe Flüge, bei denen man bereits um 4 Uhr am Flughafen sein müssen, gestalten sich beispielsweise oft eher als ungünstig.

Lieber Non-Stop Flüge buchen

Während vielen Erwachsenen das Umsteigen von einem Flugzeug ins andere oft nichts ausmacht, kann dies für einige Babys eher stressig sein. Hier bietet es sich an einen Direkt-Flug zu buchen oder, falls ein Umsteigen nicht vermieden werden kann, eine Übernachtung zwischen die beiden Flüge zu legen.

Falls ein Non-Stop Flug vom Heimatflughafen nicht möglich ist, bietet es sich an den Rail&Fly Service zu nutzen. Hier wird man mit der Bahn zu einem Flughafen gebracht, von welchem aus dann direkt geflogen werden kann. Dies ist für viele kleine Kinder oft angenehmer als mehrere Flüge in kurzer Zeit.

Viel Trinken gegen den Druckausgleich

Da Babys und Kleinkinder meist noch nicht von alleine einen Druckausgleich durchführen können, sollten Eltern für ihr Kind genügend zu trinken dabei haben. Denn das Trinken aus der Flasche hilft ihnen besonders bei Start und Landung beim Druckausgleich und verringert dadurch das Risiko auf Ohrenschmerzen. Auch gegen die trockene Luft im Flugzeug ist dies hilfreich.

Freie Hände durch Babytrage

Das Baby oder Kleinkind am Flughafen in der Babytrage herum zu tragen macht einiges einfacher. Nicht nur hat man die Hände frei, sondern man ist auch viel wendiger als beispielsweise mit einem Kinderwagen. Auch im Urlaub selbst kann sich eine Babytrage als praktisch erweisen.

Entspannt bleiben

Auch wenn dieser Tipp vermutlich am schwersten umsetzbar ist: Eltern sollten versuchen beim Flug mit ihrem Kleinen entspannt zu bleiben. Sind die Eltern entspannt, wirkt sich das oft auch auf das Baby aus. Und auch wenn das Baby während dem Flug mal nörgelt oder schreit: die meisten Flugpassagiere werden Verständnis haben, wenn das Kind mal quengelt.

Wann sollte man nicht fliegen?

Auch wenn prinzipiell wenig gegen die Flugreise mit Baby oder Kleinkind spricht, gibt es dennoch einige Aspekte, bei denen man den Flug lieber überdenken sollte:

  • Wenn das Baby jünger als zwei Wochen ist, sollte man auf keinen Fall fliegen.
  • Auch wenn das Baby nicht ausreichend geimpft ist oder werden kann, ist ein Flug ein No-Go.
  • Ist das Baby oder Kleinkind krank, zum Beispiel mit Bauchschmerzen, einer Ohrenentzündung oder einer Atemwegserkrankung sollte auf keinen Fall geflogen werden. Hierfür sollte das Kind vor dem Abflug rechtzeitig vom Kinderarzt untersucht werden.

Bekommt das Kind am Tag vor dem geplanten Flug Fieber oder Durchfall, sollte ebenfalls nicht geflogen werden. → Für diesen Fall lohnt sich beispielsweise eine Reiserücktrittsversicherung.