Private Krankenversicherung für Kinder: Das müssen Eltern wissen

Private Krankenversicherung für Kinder und Babys
Was muss für eine private Krankenversicherung für Kinder und Babys alles beachtet werden? / Foto: Liudmila Fadzeyeva Shutterstock.com

Wenn die Kinder in der Privaten Krankenversicherung (PKV) versichert werden sollen, müssen Eltern einige Dinge beachten. Prinzipiell ist eine PKV für Kinder durchaus interessant, denn die Beiträge für die Kleinen sind noch recht gering, und die Leistungen sind häufig besser als in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Worauf müssen Eltern also achten, wenn sie ihr Kind privat versichern wollen?

Ist eine PKV für Kinder und Jugendliche sinnvoll?

In der Regel stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der PKV für den Nachwuchs nur begrenzt. Ob die Kinder von privat Versicherten privat oder gesetzlich zu versichern sind, wird vom Gesetzgeber genau vorgeschrieben. Die Wahlmöglichkeiten für Eltern halten sich in einem überschaubare Rahmen. Wenn beide Elternteile Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse sind, haben auch die Kinder keinen Zugang zur privaten Krankenversicherung. Haben die Eltern beide einen Vertrag mit einem privaten Versicherer, dürfen die Kinder nicht gesetzlich versichert werden. In der PKV bekommt jedes Kind seinen eigenen Vertrag. Sofern ein Ehepartner in der GKV und einer in der PKV versichert ist, wird das Kind bei demjenigen versichert, der als Hauptverdiener der Familie gilt. Überschreitet das Entgelt des privat versicherten Elternteils die Versicherungspflichtgrenze in der GKV und ist der Elternteil deshalb privat versichert, ist das Kind ebenfalls in der PKV unterzubringen. Prinzipiell gilt, dass eine PKV für Kinder durchaus sinnvoll ist. Die Beiträge richten sich nach dem Eintrittsalter und nach dem Gesundheitszustand. Deshalb sind vor allem gesunde Kinder recht günstig zu versichern.

Wie ist die private Krankenversicherung im Fall einer Scheidung geregelt?

Die PKV für Kinder im Fall einer Scheidung ist eine komplexe Angelegenheit. Unter anderem hängt es vom Versicherungsstatus der beiden Elternteile, von ihrem Einkommen und vom Wohnsitz des Kindes ab, wie das Kind zu versichern ist. Prinzipiell gilt, dass der unterhaltspflichtige Elternteil die Beiträge für die Krankenversicherung zu zahlen hat, wobei eine Anrechnung auf den Unterhalt erfolgt. Sind beide Eltern nach der Scheidung privat versichert, bleibt auch das Kind in der PKV. Ist ein Elternteil freiwillig in der GKV und ist der andere Elternteil privat unter Vertrag, weil er ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze bezieht, ist das Kind nach der Scheidung privat zu versichern. Ist ein Elternteil bei einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, gibt der Wohnsitz des Kindes den Ausschlag bei der Frage nach der Krankenversicherung.

Was muss man bei der PKV für Kinder und der Pflegeversicherung beachten?

Private Krankenversicherung Kinder Pflegeversicherung
Braucht man in der private Krankenversicherung für Kinder auch eine Pflegeversicherung? / Foto: Monster Ztudio Shutterstock.com

Kinder sind bis zum vollendeten 18. Lebensjahr in der Pflegeversicherung ihrer Eltern mitversichert. Dafür ist kein eigener Beitrag zu zahlen. Für die private Krankenversicherung ist bei den Kindern also lediglich der PKV-Beitrag zu zahlen. Ein Beitrag für die Pflegeversicherung fällt bis zum 18. Geburtstag nicht an. Sind die Kinder ab diesem Zeitpunkt nicht erwerbsfähig, greift die beitragsfreie Mitversicherung noch bis zum 23. Lebensjahr. Lediglich bei einer laufenden Ausbildung in Schule oder Beruf greift eine beitragsfreie Pflegeversicherung bei den Eltern, bis die Kinder 25 Jahre alt sind. Zur Ausbildung gehören auch ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr. Für Kinder, die sich aufgrund einer Behinderung finanziell nicht selbst unterhalten können, gilt eine Mitversicherung ohne Altersbegrenzung.

Besteht eine private Krankenversicherungs-Pflicht für Kinder?

Der Abschluss einer PKV für die Kinder ist Pflicht, sofern beide Elternteile privat versichert sind. Dann besteht keine Möglichkeit, das Kind in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenfrei zu versichern. Von der Pflicht zum Abschluss einer PKV abzugrenzen ist die Krankenversicherungspflicht im Allgemeinen. In Deutschland gilt eine Krankenversicherungspflicht. Das bedeutet, dass jeder Mensch eine Krankenversicherung nachweisen muss, ob sie nun gesetzlich oder privat abgeschlossen wird. Damit will man eine umfassende Betreuung im Krankheitsfall sicherstellen, für die die Kosten vom Beitragszahler sicher getragen werden.

Wie kann man eine PKV für versicherte Kinder kündigen?

Eltern können die private Krankenversicherung für ihre Kinder kündigen, wenn die Mindestvertragslaufzeit endet. In der Regel wird ein PKV-Vertrag für zwei Jahre abgeschlossen. Die Eltern können zum Ende dieser Vertragslaufzeit mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen. Allerdings ist in diesem Fall nachzuweisen, dass ein lückenloser Versicherungsschutz besteht. Das heißt, dass die Eltern beweisen müssen, dass ein Folgevertrag bei einem anderen Versicherer beantragt und auch angenommen wurde. Damit prüft der Versicherer, dass der gesetzlichen Versicherungspflicht in der Krankenversicherung Genüge getan wird. Man spricht in diesem Fall von einer ordnungsgemäßen Kündigung. Macht der Versicherer eine Beitragserhöhung geltend, steht den Eltern ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. Auch in diesem Fall ist allerdings eine Folgeversicherung bei einem PKV-Versicherer nachzuweisen. Sofern die PKV-Mitgliedschaft beendet wird und das Kind gesetzlich zu versichern ist, kann die Kündigung zu Schwierigkeiten führen. Es kam in der Vergangenheit wiederholt zu Gerichtsprozessen, weil der Versicherer die Kündigung erst akzeptiert hat, nachdem ein Nachweis des Kindes zur Akzeptanz des Wechsels eingereicht wurde. Das gilt vor allem bei älteren Kindern, die bereits verständig genug sind, um sich selbst ein Bild zu machen, wo sie versichert sein wollen.

Wie setzt man eine PKV für Kinder von der Steuer ab?

Grundsätzlich können Eltern die PKV-Beiträge für ihre Kinder absetzen. Allerdings gibt es dabei eine Reihe von Einschränkungen. Zum einen spielt es eine Rolle, ob der Steuerpflichtige die Beiträge selbst bezahlt. Zum anderen ist wichtig, ob das Kind der Versicherungsnehmer ist oder ob der Elternteil selbst der Vertragspartner des Versicherers ist. Außerdem spielt der Anspruch auf Kindergeld eine Rolle bei der Absetzbarkeit. Wer sich unsicher ist, ob und wie die PKV-Beiträge bei der Steuer geltend zu machen sind, sollte seinen Steuerberater fragen, wie hier am besten vorzugehen ist, um einen bestmöglichen steuerlichen Effekt zu erzielen.

Was kostet eine Private Krankenversicherung für kleine Kinder?

Private Krankenversicherung Kinder Baby Kosten
Wie viel kostet eine private Krankenversicherung für Kinder oder ein Baby? / Foto: Stock Asso Shutterstock.com

Wie hoch die Kosten für eine private Kinderkrankenversicherung sind, hängt zum einen vom Eintrittsalter, zum anderen von den gewünschten Leistungen des Tarifs ab. Prinzipiell gilt, dass Kinder aufgrund ihres geringen Eintrittsalters in der PKV recht günstig zu versichern sind. Das gilt mindestens, wenn sie gesund sind und wenn kein Risikozuschlag aufgrund von Vorerkrankungen zu erheben ist. Allerdings sind leistungsstarke Tarife teurer als Tarife mit weniger hohen Kostenerstattungen. Deshalb ist es kaum möglich, pauschal zu beantworten, was eine private Krankenversicherung für Kinder kosten darf. Durch die Vielzahl der Tarife ist zu empfehlen, eine private Kinderkrankenversicherung im Vergleich zu betrachten, bevor man einen Vertrag abschließt.

Gibt es für die private Krankenversicherung für Kinder eine Beihilfe?

Ja, Beihilfeberechtigte können auch für ihre Kinder einen PKV-Beihilfetarif abschließen, und sie erhalten eine Beihilfe von ihrem Dienstherrn. Wie hoch die Beihilfe ist, hängt auch davon ab, in welcher Höhe überhaupt eine Beihilfe durch den Bund oder die Länder gewährt wird. Der Beihilfetarif umfasst lediglich eine Ausschnittsdeckung, das heißt, er deckt die Leistungen ab, die im Rahmen der Beihilfeleistungen nicht berücksichtigt sind. Dadurch erhalten beihilfeberechtigte Kinder ähnlich wie die Eltern eine recht umfassende Krankenversorgung zu moderaten Preisen.

Private Krankenversicherung für Kinder im Vergleich: Was muss man wissen?

Bei einer PKV für Kinder verhält es sich wie bei einer PKV für Erwachsene: Es gibt eine Vielzahl von Tarifen am Markt, so dass ein sehr sorgfältiger Vergleich angesagt ist, bevor man einen Vertrag bei einem Versicherer abschließt. Bei Neugeborenen haben Eltern zwei Monate lang Zeit, einen Vertrag abzuschließen. Dieser Vertrag muss nicht zwingend beim Versicherer der Eltern und in deren Tarif gewählt werden. Viel sinnvoller ist es, einen unabhängigen Vergleich durchzuführen und für das Kind den Tarif zu wählen, der dem individuellen Bedarf optimal entspricht. Für Kinder spielen nämlich andere Leistungen eine Rolle als für Erwachsene. So kann die Kostenübernahme für ein Rooming-In wichtig sein, während man auf Erstattungen für Kieferorthopädie am Anfang noch verzichten kann. Es lohnt sich, den Vergleich sorgfältig durchzuführen und sich genau zu überlegen, welche Leistungen ausschlaggebend sind, um die optimale PKV für das Kind zu finden und um den Nachwuchs so günstig wie möglich zu versichern.