Husten beim Baby lindern: Welche Hausmittel und wann zum Arzt gehen?

Baby hat Husten: Ursachen, Hausmittel, wann zum Arzt

Baby hat Husten
Hausmittel können den Husten beim Baby lindern doch bei bestimmten Anzeichen muss das Baby zum Arzt! / Foto: SpeedKingz Shutterstock.com

Wenn das Baby hustet sind viele Eltern schnell beunruhigt. Nicht umsonst ist Husten eines der häufigsten Gründe für den Besuch beim Kinderarzt. Dabei ist Husten in erster Linie ein nützlicher Reflex; hierbei werden störende Partikel in den Luftwegen nach außen transportiert. Aber auch ein Infekt der oberen Atemwege oder eine Erkältung kann für Husten beim Baby verantwortlich sein.

Gerade da sich das Immunsystem bei Babys noch entwickelt, kommt es in diesem Lebensabschnitt noch häufiger zu Infekten und Erkältungen, deren Begleitsymptom Husten ist. Bis zu zehn Infekte im ersten Lebensjahr sind vollkommen normal. Und oftmals sind diese Hustenanfälle zudem harmlos und lassen sich auch ohne einen Besuch beim Arzt mit Hausmitteln behandeln.

Ursachen von Husten beim Baby

Obwohl die häufigsten Ursachen von Husten bei Babys eine virale oder bakterielle Infektion sind, können verschiedene Erkrankungen für Husten verantwortlich sein. Die Art des Hustens kann hier Aufschluss geben:

  • Reizhusten → Dies ist ein trockener oder unproduktiver Husten und entsteht häufig am Anfang einer Erkältung. Reizhusten kann auch ein Anzeichen für eine Allergie oder Asthma sein. Darüber hinaus reagieren Babys so auch auf das Verschlucken eines Fremdkörpers.
  • Produktiver Husten → Bei dieser Art von Husten wird erfolgreich in den Bronchien sitzender Schleim ausgeworfen. Er tritt bei Erkältungen, Bronchitis oder auch bei einer Lungenentzündung auf.
  • Bellender Husten → Wie der Name bereits sagt, ist dies ein geräuschvoller Husten, der teilweise mit Luftnot einher geht und der zum Großteil im Zusammenhang mit Pseudokrupp auftritt.

Wann sollte man mit seinem hustenden Baby zum Arzt?

Auch wenn Husten bei Babys meist harmlos ist, gibt es dennoch einige Symptome, bei denen man unausweichlich einen Arzt aufsuchen sollte:

  • Tritt Husten bei einem Säugling im Alter von unter 3 Monaten auf, besonders in der Verbindung mit einer Temperatur von über 38°C, sollte immer der Kinderarzt aufgesucht werden.
  • Wenn der Husten des Babys länger als zwei Tage anhält.
  • Tritt neben dem Husten des Babys noch weitere Symptome auf, wie beispielsweise starke Schläfrigkeit, Fieber, Hautausschlag oder blutiger Auswurf, sollte ebenfalls umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
  • Hat das Baby Probleme beim Atmen oder kommt es zu einem hörbaren „Ziehen“ beim Luftholen, führt kein Weg am Arzt vorbei.
  • Genau so verhält es sich, wenn sich die Lippen des Babys beim Husten blau verfärben.

Husten beim Baby Hausmittel und Tipps

Hat sich der Husten des Babys als harmlos heraus gestellt, möchte man seinem Kind natürlich trotzdem Abhilfe verschaffen. Hier muss jedoch nicht gleich zu Medikamenten gegriffen werden.

  • Flüssigkeit: Das Baby sollte viel trinken, um die Atemwege feucht zu halten. Hier kann zudem auch Tee aus Anis, Fenchel oder Kamille gegeben werden.
  • Luftfeuchtigkeit: Die Umgebungsluft feucht zu halten kann für das Baby sehr hilfreich sein. Dafür kann ein Wäscheständer mit feuchter Wäsche im Zimmer aufgestellt werden, oder ein elektrischer Luftbefeuchter benutzt werden.
  • Schleim lösen: Pflanzliche Extrakte können schleimlösend wirken. Menthol, Eukalyptus, Kampfer oder Pfefferminz sind jedoch nicht geeignet für Babys! Die darin enthaltenden ätherischen Öle können die Atemwege zusätzlich reizen; bis hin zu Erstickungsanfällen!
  • Warme Mullwindel: Um Babys den Husten zu erleichtern, kann eine Mullwindel über der Heizung leicht erwärmt werden, um die Brust des Säuglings gewickelt und schließlich ein Body darüber gezogen werden. Die dadurch entstehende Wärmezufuhr wirkt entkrampfend und schleimlösend.
  • Frische Luft: Wenn das Baby nicht zu krank ist, kann man es warm einpacken und eine Runde im Kinderwagen spazieren gehen.
  • Quark-Wickel: Dieses Hausmittel ist erst für Babys ab 6 Monaten geeignet. Dafür muss etwas Quark in Wasserbad auf Körpertemperatur erwärmt werden. Dieser wird dann auf einem Baumwolltuch o.ä. verteilen und auf die Brust des Babys gelegt werden. Eventuell kann der Wickel noch Mithilfe Wärmflasche warm gehalten werden. Der Quark-Wickel sollte ca. 20 Minuten einwirken und ist entkrampfend, schleimlösend und abschwellend.
  • Kopf erhöhen: Es kann kleines Kissen unter Matratze geschoben werden; damit liegt das Köpfchen höher und das Baby bekommt besser Luft.
  • Medikamente: Medikamente und Hustensäfte sollten nur in Absprache mit dem Arzt verabreicht werden.
Achtung! Auch wenn er häufig bei Kindern gegen Husten angewandt wird, sollte Honig niemals Babys verabreicht werden. Das darin enthaltene Bakterium kann bei Babys eventuell zu einer Lebensmittelvergiftung führen.