Wenn das Kind von Hustenanfällen geplagt wird, raubt es nicht nur dem Kind selbst, sondern auch den Eltern den gewünschten Schlaf. Die nächsten Tage und Nächte werden zur Qual und die Eltern machen sich Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder. Dabei können die Hintergründe von Husten zwischen harmlos bis gefährlich rangieren. Ist der Husten harmlos, helfen Hausmittel, um den Husten beim Kind zu lindern.
Das Wichtigste in Kürze
- Ruhe bewahren: Deine Ruhe überträgt sich auf dein Kind und hilft, den Hustenreiz zu beruhigen.
- Aufrechte Position: Richte den Oberkörper deines Kindes auf. Das erleichtert das Atmen sofort.
- Kühle, feuchte Luft: Gehe mit deinem Kind ans offene Fenster, auf den Balkon oder in ein Badezimmer, in dem du die heiße Dusche laufen lässt (Wasserdampf).
- Trinken anbieten: Lauwarmes Wasser oder ungesüßter Tee in kleinen Schlucken befeuchtet die Schleimhäute.
Inhaltsverzeichnis
Kind hustet nur nachts: Ursachen und was sofort hilft
Nächtlicher Husten ist zermürbend. Oft sind die Kinder tagsüber fit, doch sobald sie liegen, beginnen die Hustenattacken. Die häufigsten Gründe dafür sind:
- Nachlaufender Schleim (Post-Nasal-Drip): Bei einer Erkältung läuft Schleim aus der Nase im Liegen den Rachen hinunter und reizt dort zum Husten.
- Trockene Heizungsluft: Sie trocknet die Schleimhäute aus und macht sie empfindlicher.
- Allergien: Eine Allergie auf Hausstaubmilben im Bett kann sich typischerweise durch nächtlichen Husten äußern.
- Asthma: Anhaltender, trockener Husten in der Nacht kann ein Leitsymptom für Asthma sein, besonders wenn er von pfeifenden Atemgeräuschen (Giemen) begleitet wird.
- Reflux: Aufsteigende Magensäure kann den Rachen reizen.
Was du nachts sofort tun kannst:
- Oberkörper hochlagern: Lege ein Kissen unter die Matratze (nicht direkt unter den Kopf!), um die Atmung zu erleichtern.
- Frische, kühle Luft: Ein gekipptes Fenster oder kurzes Stoßlüften kann Wunder wirken.
- Zwiebelsäckchen neben dem Bett: Die Dämpfe können die Schleimhäute beruhigen.
- Honig (nur für Kinder über 1 Jahr!): Mehrere Studien belegen, dass ein Teelöffel Honig vor dem Schlafen den nächtlichen Hustenreiz bei Kindern wirksam lindern kann – oft besser als herkömmlicher Hustensaft.
Weitere Tipps für die Nacht:
- Nachts viel trinken
- Angenehme Raumtemperatur: Eine Schlaftemperatur von 18-20 Grad wird oft als angenehmer empfunden als zu kühle 16 Grad.
- Luftfeuchtigkeit erhöhen: Das Aufhängen feuchter Tücher im Zimmer kann die gereizten Schleimhäute deines Kindes befeuchten.
- Elektrische Luftbefeuchter: Diese können helfen, erfordern aber eine penible, tägliche Reinigung. Ansonsten können sie schnell zu Keimschleudern werden, die Schimmel und Bakterien im Raum verteilen.
Bellender Husten beim Kind: Was tun bei Pseudokrupp?
Ein lauter, trockener und bellender Husten, oft begleitet von Heiserkeit und pfeifenden Geräuschen beim Einatmen, ist das typische Zeichen für Pseudokrupp. Dabei schwellen die Schleimhäute im Bereich des Kehlkopfes an. Die Anfälle treten meist plötzlich in der Nacht auf.
Was du bei einem Pseudokrupp-Anfall sofort tun musst:
- Ruhe bewahren! Panik und Weinen verschlimmern die Atemnot. Nimm dein Kind in eine aufrechte Position auf den Arm und beruhige es.
- Für kühle, feuchte Luft sorgen: Dies ist die wichtigste Maßnahme. Gehe mit deinem Kind warm eingepackt an ein offenes Fenster oder auf den Balkon. Die kalte Luft lässt die Schleimhäute abschwellen. Die traditionelle Methode mit heißem Wasserdampf im Badezimmer wird heute seltener empfohlen, da kühle Luft oft als wirksamer gilt. Probiere aus, was deinem Kind am besten hilft.

Die wichtigste Sofortmaßnahme bei einem Pseudokrupp-Anfall ist kühle, feuchte Luft, um die Schleimhäute abschwellen zu lassen. - Trinken anbieten: Gib deinem Kind lauwarmen oder zimmerwarmen Tee oder Wasser in kleinen Schlucken, um die Schleimhäute zu befeuchten. Kalte Getränke können den Kehlkopf zusätzlich reizen.
Husten beim Baby: Das musst du beachten
Bei Babys ist besondere Vorsicht geboten, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Babys husten oft, wenn sie sich an Milch oder Speichel verschlucken – das ist meist harmlos. Anhaltender Husten ohne Erkältungszeichen sollte aber ärztlich abgeklärt werden.

Besondere Risiken bei Babys:
- Atemnot entwickelt sich schneller als bei älteren Kindern
- Dehydrierung kann rasch eintreten
- Verschluckungsgefahr ist erhöht
Wichtig bei Babys: Honig sollte niemals Babys unter einem Jahr verabreicht werden. Das darin enthaltene Bakterium kann bei Babys eventuell zu einer Lebensmittelvergiftung führen.
Trockener Reizhusten vs. produktiver Husten
Neben dem nächtlichen und bellenden Husten sind dies die häufigsten Formen im Rahmen einer Erkältung:
- Trockener Reizhusten: Dieser quälende Husten tritt oft zu Beginn eines Infekts auf. Er ist unproduktiv, da kein Schleim abgehustet wird. Hält ein trockener Reizhusten über Wochen an, kann er auch auf Asthma oder eine Infektion mit Mykoplasmen (eine bestimmte Bakterienart) hindeuten, was ärztlich abgeklärt werden sollte.
- Produktiver (schleimiger) Husten: Dieser „gute“ Husten folgt meist auf den Reizhusten. Der Körper produziert Schleim, um die Viren und Bakterien abzutransportieren. Unterstütze dein Kind hierbei mit viel Flüssigkeit.
Wann mit dem Kind bei Husten zum Arzt?
Auch wenn die meisten Hustenepisoden harmlos sind, gibt es klare Anzeichen, bei denen du sofort handeln oder einen Arzt aufsuchen solltest.

Sofort den Notarzt rufen (112) oder ins Krankenhaus fahren bei:
- Akuter Atemnot: Dein Kind bekommt schlecht Luft, die Atmung ist sehr schnell und angestrengt, oder du siehst, wie die Haut zwischen den Rippen oder am Hals nach innen gezogen wird.
- Bläulicher Verfärbung: Die Lippen oder die Haut deines Kindes bekommen eine bläuliche oder fahle Farbe.
- Starken Anfällen von bellendem Husten: Insbesondere bei einem Pseudokrupp-Anfall, der sich durch kühle, feuchte Luft nicht innerhalb von Minuten bessert und von starker Atemnot begleitet wird.
- Apathie oder Teilnahmslosigkeit: Dein Kind wirkt extrem schlapp, ist schwer zu wecken oder reagiert kaum.
- Verdacht auf einen verschluckten Fremdkörper.
Zeitnah zum Kinderarzt gehen bei:
- Husten bei einem Baby unter 6 Monaten: In diesem Alter sollte Husten immer ärztlich abgeklärt werden.
- Hohem Fieber (über 39°C), das länger als einen Tag anhält.
- Verweigerung von Trinken oder Nahrung über einen längeren Zeitraum.
- Ohrenschmerzen, die zusätzlich zum Husten auftreten.
- Einem Husten, der länger als zwei Wochen andauert, ohne besser zu werden.
- Wenn du einfach ein schlechtes Gefühl hast und unsicher bist. Vertraue immer auf deine elterliche Intuition!
Die besten Hausmittel, die den Hustenreiz lindern

Hat der Husten beim Kind sich als harmlos herausgestellt, liegt es den Eltern selbstverständlich dennoch am Herzen, die Beschwerden ihrer Kinder zu lindern. Dafür gibt es viele Tipps und Hausmittel, die Kindern bei von Husten begleiteten Infekten helfen können:
- Trinken → bei einem Infekt ist es wichtig den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Hier geben Eltern am besten stilles Wasser oder Tee. Besonders „Hustentees“ (bestehend aus Thymian, Salbei oder Spitzwegerich) oder Kamillentee sind zu empfehlen.
- Lüften → Die trockene Heizungsluft ist bei Husten nicht gut. Hier hilft es ausreichend zu lüften und auf eine hohe Luftfeuchtigkeit zu achten.
- Inhalieren → Ältere Kinder (ab ca. 6 Jahren) können darüber hinaus inhalieren. Der warme Dampf hilft dabei Schleim zu lösen.
- Ruhe → Das Immunsystem läuft bereits auf Hochtouren. Ruhe und Schlaf sind hier also wichtig um die nötigen Kräfte zu schonen.
- Vitamine → Eine gesunde Ernährung unterstützt das Immunsystem. Obst und Gemüse, sowie der Erkältungsklassiker, die Hühnersuppe, sind hier eine gute Unterstützung.
- Zwiebelsirup → Auch selbstgemachter Zwiebelsirup kann Kindern bei Husten helfen, da er eine entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung hat. Dafür muss eine Zwiebel in Würfel geschnitten und in einer Schale mit ca. zwei Esslöffeln Zucker bestreut werden. Die Zwiebel muss dann einige Stunden ziehen, bis eine sirupartige Flüssigkeit entstanden ist. Diese kann abgeschöpft und dem Kind zum Trinken gegeben werden.
Hinweis: Ähnlich wie beim Zwiebelwickel gibt es für die Wirksamkeit von Zwiebelsirup keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege. Es handelt sich um ein traditionelles und sehr beliebtes Hausmittel.
Wichtig ist dabei:
Honig sollte niemals Babys unter einem Jahr verabreicht werden. Das darin enthaltene Bakterium kann bei Babys eventuell zu einer Lebensmittelvergiftung führen.
Achtung, Lebensgefahr: Bestimmte ätherische Öle wie Menthol, Kampfer und Eukalyptus dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren niemals angewendet werden! Erkältungsbalsame oder Inhalationsmittel mit diesen Stoffen können einen lebensgefährlichen Stimmritzenkrampf (Glottiskrampf) und Atemstillstand auslösen. Mehr Informationen zur Behandlung von Husten beim Baby.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Warum hustet mein Kind hauptsächlich nachts, obwohl es tagsüber fit ist? Das liegt oft daran, dass im Liegen Schleim aus der Nase in den Rachen läuft (Post-Nasal-Drip) und die Atemwege reizt. Auch trockene Heizungsluft kann nächtlichen Reizhusten auslösen. Wenn dies häufiger ohne Erkältung vorkommt, sprich mit deinem Kinderarzt über ein mögliches Asthma.
2. Was ist der Unterschied zwischen Pseudokrupp und einer normalen Erkältung? Ein normaler Erkältungshusten ist meist locker oder trocken. Der Husten bei Pseudokrupp ist unverkennbar laut, bellend und trocken, oft begleitet von Heiserkeit und pfeifenden Geräuschen beim Einatmen. Er tritt typischerweise als plötzlicher Anfall in der Nacht auf.
3. Mein Baby hustet, hat aber keinen Schnupfen. Was kann das sein? Babys husten oft, wenn sie sich an Milch oder Speichel verschlucken. Das ist harmlos. Anhaltender Husten ohne Erkältungszeichen sollte aber ärztlich abgeklärt werden, um Reflux, eine Allergie oder andere Ursachen auszuschließen.
4. Wann muss ich bei Fieber und Husten sofort zum Arzt? Wenn dein Kind hohes Fieber (über 39°C) hat, sehr schnell und angestrengt atmet, apathisch wirkt oder die Nahrungsaufnahme verweigert, solltest du sofort einen Arzt aufsuchen oder ins Krankenhaus fahren. Dies gilt insbesondere für Babys.
Quellen und weiterführende Informationen
Dieser Artikel wurde sorgfältig auf Basis anerkannter medizinischer Fachportale und Leitlinien erstellt. Hier findest du eine Auswahl für eine vertiefte Recherche:
- Kinderaerzte-im-Netz.de: Das offizielle Portal der Berufsverbände der Kinder- und Jugendärzte mit umfassenden Informationen zu Husten.
- AWMF-Leitlinie „Akuter und chronischer Husten“: Die wissenschaftliche Behandlungsleitlinie für Ärzte in Deutschland.
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Bietet geprüfte und verständliche Informationen.
- Robert Koch-Institut (RKI): Informationen zum Botulismus-Risiko bei Honig für Säuglinge.
