Pflege

Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln?
Heutzutage können frischgebackene Eltern über Ihre bevorzugte Wickeltechnik frei entscheiden – ob nun traditionelle Mullwindeln oder Wegwerf-Höschenwindeln – als Eltern hat man die Qual der Wahl. Alle Methoden haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Der Umweltgedanke legt keinen eindeutigen Sieger fest. Alle Windelformen haben Auswirkungen auf die Umwelt und den Energieverbrauch. Diese sind zwar unterschiedlich, aber unter dem Strich steht in der Umweltfrage kein Windelsystem günstiger da. Es ist also von der persönlichen Einstellung abhängig, welche Windelform gewählt wird.


Wickelplatz
Der Wickelplatz kann sowohl im Kinderzimmer, als auch im Bad eingerichtet werden. Der Platz an dem das Baby und auch Ihr in den nächsten zwei bis drei Jahren viel Zeit verbringen werdet, sollte angenehm gestaltet werden. Die Wickelauflage sollte zusätzlich mit einem Tuch bzw. Handtuch ausgelegt werden, damit es das Baby weicher, wärmer und gemütlicher hat. Die ideale Temperatur zum Wickeln sind etwa 25 Grad. Um diese Temperatur zu erreichen, ist es von Vorteil einen Wärmestrahler über dem Wickelplatz anzubringen. Fenster sollten während des Wickelns geschlossen sein, um dem Baby keiner Zugluft auszusetzen. Wichtige Utensilien zum Wickeln solltet Ihr griffbereit haben, dazu zählen:

  • Frische Windeln
  • Warmwasser und Waschlappen oder Feuchttücher  
  • Babyöl
  • Evtl. Wundcreme
  • Kosmetiktücher
  • Wechselwäsche
  • Windeleimer

Idealerweise, bringt Ihr die Babysachen in einem Regal oder Schrank in unmittelbarer Nähe des Wickelplatzes unter. So habt Ihr alles sofort parat.


Wie oft sollte gewickelt werden?
Babys sollten ca. acht Mal am Tag gewickelt werden, da die Haut noch sehr empfindlich ist. Bei älteren Wickelkindern reichen dann in der Regel ca. fünf Windeln am Tag aus. Ob Ihr vor oder nach der Milchmahlzeit wickelt, hängt entschieden vom Kind ab. Manche Babys sind nach dem Stillen/Fläschchen füttern so müde, das ein Wickeln sie unnötig wach halten würde, deshalb ist ein Wickeln vor der Mahlzeit zu empfehlen. Andere wiederum machen die Windel gerne während des Fütterns voll, sodass auch viel für das Wickeln nach dem Trinken spricht. Wichtig ist in jedem Fall, das wickeln zu jeder Mahlzeit, damit der zarte Babypopo nicht wund wird. In der Nacht ist es nur bei voller Windel oder Stuhlgang notwendig, diese zu wechseln, damit das Baby nicht unnötig wach gemacht wird und das Durchschlafen in greifbare Nähe rückt.


Worauf sollte beim Wickeln geachtet werden?

  • Die notwendigen Windelutensilien sollten griffbereit sein

  • Am wichtigsten ist, dass Ihr immer von vorne nach hinten wischt, d.h. vom Genitalbereich in Richtung After. Damit reduziert Ihr die Gefahr, dass Darmbakterien in den Genitalbereich gelangen. Insbesondere Mädchen sind sehr anfällig für Entzündungen in diesem Bereich. Bei Mädchen sollte auf das Reinigen zwischen den Schamlippen verzichtet werden, außer es befindet sich Stuhlgang darin. Jungen sollten nicht unter der Vorhaut gereinigt werden, da Verletzungsgefahr droht.

  • Zur Reinigung des Genitalbereichs und Popos reicht frisches Wasser aus. Wundschutzcreme wird nur bei einem wunden Po benötigt.

  • Grundsätzlich solltet Ihr nur spezielle Baby-Pflegeprodukte verwenden.

  • Für Baby´s Po – lasst das Baby nach dem Reinigen ruhig ein paar Minuten nackig strampeln. So kommt ausreichend Luft an den Po, dies beugt dem Wundwerden vor.

  • Kleiner Tipp: Beim Wickeln empfiehlt es sich, dem Baby ein Spielzeug in die Hand zu geben. Auch Lieder oder kleine Spiele lenken die Baby´s ab und somit verläuft das Wickeln ohne lästiges Gezappel…




Wickelregeln
Folgende Regeln solltet Ihr beim Wickeln unbedingt einhalten:

  • Das Baby darf niemals alleine auf dem Wickelplatz liegen. Zu schnell können die kleinen ihre Position ändern  (auch wenn sie sich noch nicht drehen können) und dabei hinunterfallen.

  • Jungs werden von kalter Luft die beim Wickeln an ihre Haut gelangt, stimuliert und neigen daher zum Harndrang. Deshalb ist es beim Windelwechseln eines Jungen ratsam, ein Handtuch oder Kosmetiktücher griffbereit zu haben – zu schnell ist sonst die Umgebung nass! Beim Föhnen ist auch Vorsicht geboten – ein weiter Sicherheitsabstand zu Eurem Bub ist wichtig, denn durch einen Urinstrahl sollte der Föhn nicht getroffen werden.

  • Die Haut der Baby´s sollte gründlich gereinigt und getrocknet werden, insbesondere in den Hautfältchen, um Rötungen zu vermeiden.

  • Nach dem Wickeln sollten aus hygienischen Gründen die Hände gewaschen werden.



Wunder Popo
Zur Vorbeugung eines wunden Popo`s:

  • Gründliche Reinigung mit Wasser und Waschlappen (Feuchttücher sind nicht zwingend nötig)
  • Das Baby häufig nackig strampeln lassen
  • Nach dem Baden gründlich trocknen, insbesondere die Hautfältchen
  • Pflegeprodukte und Windelmarken nicht ständig wechseln, erst eine Zeit lang testen, ob diese vertragen wird

Sollte das Baby trotzdem einmal wund sein, gibt es folgende Tipps:

  • Das Baby sollte nun häufiger gewickelt werden
  • Den wunden Po sanft trocknen, mit dem Föhn lauwarm trocknen
  • Das Baby möglichst häufig nackig strampeln lassen
  • Die wunden Stellen dünn mit Wundschutzcreme auftragen 

Bei länger anhaltendem Wundsein des Po´s sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, möglicherweise handelt es sich um einen Pilz – hierfür ist eine spezielle Salbe notwendig.

 

Streicheleinheiten beim Wickeln
Das Wickeln ist für die Baby´s eine ganzheitliche Körpererfahrung. Schön, wenn Ihr Euch hin und wieder die Zeit nehmt, dabei Eurem Kind Streicheleinheiten zukommen zu lassen. Die meisten Babys genießen es, nackig zu strampeln und dabei von Mama, Papa, Oma oder Opa gestreichelt, geküsst oder Körperspiele gezeigt zu bekommen.

Nach der Gesichtsreinigung ist die Haut des Babys sehr dankbar für eine Babylotion. Diese sollte dünn aufgetragen, mit natürlichen Wirkstoffen und dermatologisch getestet sein. Bitte nicht alle Cremes ausprobieren, die „pröbchenweise“ nach der Geburt ins Haus flattern – besser Ihr entscheidet Euch für eine Creme und bleibt dabei, um nicht unnötig die Haut des Babys auf die Probe zu stellen. In der kalten Jahreszeit könnt Ihr die Kleinen auch öfter im Gesicht und an den Händen mit einer Wind- und Wettercreme dünn eincremen.


Augenpflege
Die Augen werden immer von außen nach innen gereinigt – am besten mit einem feuchten Waschlappen oder Kosmetiktuch. Bei geröteten Lidrändern oder verklebten Wimpern hilft ein in lauwarmes Wasser getränkter Wattebausch oder eine Kamillenlösung.


Ohrenpflege
Die Ohren sollten mit einem feuchten Waschlappen gereinigt werden. Von der Verwendung mit Wattestäbchen ist wegen der hohen Verletzungsgefahr des Trommelfells auf jeden Fall abzuraten. Ohrenschmalz kann behutsam mit einem eingedrehten Taschentuch entfernt werden.


Nasenpflege
Die Nase reinigt sich in der Regel von selbst. Nur bei Schnupfen ist eine zusätzlich Reinigung nötig. Mit einem Kosmetiktuch oder feuchten Waschlappen lässt sich die Nase säubern. Sollte die Nase verkrustet sein, kann der Naseneingang mit einem zusammengedrehtem Taschentuch gereinigt werden. Bei starken Verkrustungen hilft abgekochtes, lauwarmes Wasser auf einem Wattebausch, um ein sauberes Babynäschen zu bekommen.


Zahnpflege
Wenn die ersten Zähne hervorblitzen, ist das Pflegen mit einer Zahnbürste noch nicht vorrangig. Es ist zunächst ausreichend die Zähnchen mit einem Wattestäbchen von Plaque zu befreien. Im Handel sind auch Fingerhütchen zu erwerben, mit denen die ersten Zähne gereinigt sowie das Zahnfleisch massiert werden kann. Ab vier Zähne lohnt sich das langsame Gewöhnen an die Zahnpasta mit ein wenig Kinderzahnpasta – einmal am Tag. Ab dem 2. Lebensjahr ist das Zähneputzen zweimal täglich zu empfehlen. Bekommt das Baby bereits Fluorid in Tablettenform, ist eine fluoridfreie Zahnpasta zu verwenden. Ist dies nicht der Fall, solltet Ihr die kleinen Zähne Eures Kindes mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta putzen. Kinderzahnbürsten sollten ca. alle vier Wochen ausgewechselt werden, da sich die Bakterien in den Borsten festsetzen.
Um Karies vorzubeugen, solltet Ihr sorgsam mit Milch-, Saft-  und Teeflaschen sein. Jegliches zahnschädigende Dauernuckeln von Flascheninhalten (auch Wasser) solltet Ihr zum Wohl Eures Kindes unterbinden.

Haare waschen und kämmen
Anfangs reicht es aus, alle paar Tage mit etwas warmen Wasser den zarten Haarflaum zu waschen. Erst wenn die Haare dichter werden oder verkleben ist ein mildes Baby-Shampoo empfehlenswert. Am besten kann man die Haare beim Baden mitwaschen. Während Ihr das Babyköpfchen sicher in Eurer Armbeuge haltet, könnt ihr mit der anderen Hand Wasser auf den Kopf schöpfen (vorzugsweise mit einem Becher, damit es schneller geht), sodass es nach hinten abläuft und nicht in die Augen. Wenn die Kinder schon in der großen Badewanne sitzen, kann sich ein Elternteil hinter das Kind setzen und bei nach hinten geneigtem Kopf die Prozedur durchführen.
Die Haare hinterher trockentupfen – nicht rubbeln! Mit einer weichen, abgerundeten Bürste könnt Ihr die Kopfhaut Eurer Kleinen massieren, dies sorgt für eine bessere Durchblutung der Kopfhaut und beugt zudem ein wenig dem Milchschorf vor.


Was kann Ich gegen den Milchschorf meines Babys tun?
Bei vielen Babys bilden sich in den ersten Lebenswochen kleine Schuppen auf der Kopfhaut. Der so genannte Milchschorf ist unbedenklich und auf eine Überproduktion der Talgdrüsen zurückzuführen. Manchmal verschwindet er von selbst, falls nicht könnt Ihr folgendes tun: Die Kopfhaut (nicht die Fontanellen) mit einem milden Babyöl leicht einmassieren, um die Schuppen aufzuweichen. Dieses Öl sollte einige Stunden einwirken, idealerweise über Nacht. Am nächsten Morgen mit Wasser oder einem Shampoo auswaschen. Danach mit einer weichen Bürste die Schuppen vorsichtig ausbürsten. Falls nötig, diese Prozedur wiederholen.


Finger- und Fußnägel schneiden
In den ersten vier bis sechs Wochen braucht Ihr die Nägel Eures Wonneproppens noch nicht zu schneiden, da sie noch sehr weich sind und sich von selbst abschälen. Danach Finger- und Fußnägel nur kürzen, wenn sie die Fingerkuppen überragen. Die Nägel sollten mit einer abgerundeten Babyschere gerade und nicht rund geschnitten werden.
Am leichten ist das Schneiden nach dem Baden, wenn die Nägel weich sind. Am besten nehmt Ihr dazu Euer Kind auf den Schoß und haltet Baby´s Fingerchen fest in der Hand. Vorsicht – viele Babys greifen nach der Schere! Sind die Kleinen durch Späßchen von Papa, Oma oder andere abgelenkt, geht es entschieden einfacher. Wenn Euer Baby das Nägelschneiden nicht ohne Protest über sich ergehen lässt, könnt Ihr die Babynägel während des Schlafes kürzen.


Nabelpflege
Nach dem Abnabeln wird der Nabelschnurrest mit einer Klemme versorgt. Der Nabelrest fällt innerhalb der ersten zwei Wochen ab. Meist bleibt eine Wundfläche zurück, die gepudert wird. Was gibt es zu beachten?

  • Vor der Nabelpflege ist die eigene Hygiene, in Form von Hände waschen erforderlich

  • Der Nabelbereich muss trocken bleiben, damit der Nabelschnurrest abfallen kann

  • Windeln sollten daher unterhalb des Nabels abschließen, dazu einfach die Windel oben umklappen. 

  • Zur Reinigung des Nabels ist ein Ohrenstäbchen eingetaucht in klares, warmes, abgekochtes Wasser am Besten, danach gut trockentupfen 

  • Bei einer Nabelentzündung, die mit erhöhter Temperatur und einer Rötung um den Bauchnabel einhergeht, sowie sonstigen Problemen rund um den Babynabel solltet Ihr Euren Kinderarzt oder die Hebamme zu Rate ziehen.

Die meisten Babys lieben das Wasser und baden gerne, schließlich haben sie neun Monate im Fruchtwasser gelebt. Generell können Babys ab dem ersten Tag in die Badewanne – vorausgesetzt der Nabel nässt nicht. Auf der sicheren Seite seid Ihr allerdings, wenn das Baden mit dem Abfallen des Nabels beginnt. Babys können täglich ins Wasser, es schadet jedoch nicht, wenn dies nur alle zwei bis drei Tage geschieht, sodass für die restlichen Tage der Waschlappen a la Katzenwäsche reicht.  Zu häufiges Waschen trocknet die zarte Babyhaut aus und kann den natürlichen Säureschutzmantel der Haut zerstören. Wann und wie oft Ihr Euer Baby badet hängt vor Eurem persönlichen Zeitplan ab. Eine gute Zeit für das Babybad ist der Vormittag sowie der Abend. Abends empfinden viele Babys das Bad als entspannend und werden dabei müde, andere jedoch macht der Spaß im Wasser richtig munter. Deshalb beobachtet Eure Kleinen und entscheidet Euch dann für einen geeigneten Zeitpunkt, der für alle Beteiligten günstig liegt.

 

Vorbereitungstipps

  • Vor dem Baden solltet Ihr Euch alles griffbereit zurecht legen, was Ihr braucht: Badetuch, Waschlappen, neue Windel, frische Bekleidung
  • Der Raum sollte mindestens auf 23 Grad temperiert sein, besser wärmer
  • Die ideale Badewassertemperatur liegt bei 36 bis 37 Grad – bitte mit einem Badethermometer nachmessen
  • Die Wasserhöhe sollte ungefähr bei 8cm liegen
  • Badezusätze sind nicht nötig – Hebammen empfehlen Olivenöl mit Sahne/Milch
  • Den Heizstrahler, falls vorhanden, vorheizen
  • Nun wird das Baby für das Baden vorbereitet: Ausgezogen sowie der Windelbereich gesäubert


Badetipps

  • Den Unterarm unter den Babynacken schieben und mit der Hand dieses Armes den Oberarm des Babys in Höhe der Achselhöhlen umfassen.
  • Um den Rücken säubern zu können, greift unter den Armen durch und stützt Euren „Schatz“ mit Hals und Kinn auf  Eurem Unterarm, dabei Babys Unterarm festhalten.
  • Mit der anderen Hand kann das Baby mit einem weichen Lappen von oben nach unten gewaschen werden.
  • Das Baden sollte nicht länger als 5 Minuten dauern
  • Nun wird das Baby gründlich abgetrocknet, insbesondere die Hautfältchen
  • Jetzt kann das „Kleine“ eingecremt oder mit einem guten Öl massiert werden – wunderschön eignet sich hier eine Babymassage-Einheit
  • Zum Schluss wird das Baby angezogen, um eine Auskühlung zu vermeiden


Zubehörtipps

  • Badethermometer
  • Calendula-Öl von Weleda
  • Kapuzen-Badetuch

Neben der Nahrung ist das tägliche Pflegeprogramm des Babys ein wichtiger Punkt. Der Hautkontakt, die Streicheleinheiten sowie die emotionalen Erfahrungen, die das Baby dabei machen kann, stärkt seine gesamte Entwicklung. In dem Bereich „Rund um die Pflege“ des „Wonneproppens“ gibt es einiges zu beachten – was, das erfahrt Ihr unter diesem Punkt.